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DIG-IN-Studie 2019: Welche Kompetenzen sind im Digital Leadership gefragt?

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Der Digitale Healthcare Index erscheint 2019 zum ersten Mal (Grafik: HCF)

Obwohl mehr als die Hälfte der Führungskräfte in der Gesundheitsbrache die Digitalisierung als positiv bewertet, knapp ein Viertel (22%) sogar als sehr positiv, stuft die Mehrheit der Führungskräfte gleichzeitig die IT-/Online-Kompetenz, disruptives Denken oder Kritikfähigkeit als eher unwichtige Führungskompetenz im unteren Drittel ein. Das zeigen die ersten Ergebnisse zum Digital Leadership als Teil des Digitalen Healthcare Index 2019.

Die Healthcare Frauen e.V. (HCF) stellten bei der Adesso Summer Lounge in Berlin Anfang Juli erste Ergebnisse ihrer Studie vor. Das Business-Netzwerk von Managerinnen Gesundheitswesen will mithilfe branchenweiten Online-Befragung beleuchten, wie die Digitalisierung im Healthcare-Bereich konkret den Arbeits- und Führungsalltag in einzelnen Branchenbereichen verändert.

Erstmals wurden auf Initiative der HCF bundesweit weibliche und männliche Führungskräfte der ersten und zweiten Führungsebene aus der Gesundheitsbranche zu den Auswirkungen der Digitalisierung befragt. Gemeinsam mit dem IFAK Institut für Markt- und Sozialforschung erhoben die HCF Daten zu unternehmens- und organisationssoziologischen Aspekten. Im Fokus standen dabei digitale Kompetenzen von Mitarbeitern und Führungskräften, die Digitalisierung in Unternehmen, die damit verbundenen Herausforderungen für Führungskräfte sowie die Veränderungen der Unternehmenskultur.

An der ersten Befragungsrunde der Studie, die insgesamt über einen Zeitraum von fünf Jahren den Status Quo der digitalen Transformation und die damit einhergehenden Veränderungen im Healthcare-Bereich ermittelt, nahmen im Mai 2019 insgesamt 106 Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen teil. Zwei Drittel waren weiblich, knapp die Hälfte (48%) gehörte dem Top Management an.

Mehr als ein Drittel (65%) der Befragten gab an, den Handlungsdruck durch die digitale Transformation als hoch bis sehr hoch zu empfinden. Gemessen an den Studienergebnissen müssen die Unternehmen für eine erfolgreiche Transformation besonders am sozialen Miteinander und an der Bewältigung der Komplexität arbeiten. Die persönlichen Herausforderungen liegen aus Sicht der Manager vor allem in der Neuausrichtung der Unternehmensstrategie, einer veränderten Unternehmenskultur und der eigenen Führungsqualität.

Abbildung 1

Auffällig: Unter den Top 5 der Führungskompetenzen, die derzeit in den Chefetagen vorhanden sind, finden sich fast nur althergebrachte (siehe Abbildung 1; Grafik HCF). Neue, durch die Digitalisierung gefragte Kompetenzen wie Vernetzungsfähigkeit, Agilität oder disruptives Denken landeten auf den hinteren Rängen. (Anmerkung: Zur Aggregation der einzelnen Wichtigkeiten wurde ein Index gebildet, in den einfließt, wie oft eine Kompetenz den ersten, den zweiten bzw. bis fünften Rang erhalten hat bzw. gar nicht als wichtig beurteilt wurde. Somit lässt sich eine zusammenfassende Reihenfolge der einzelnen Kompetenzen ableiten.)


Abbildung 2

Noch deuten die Ergebnisse keinen Kulturwandel in der Gesundheitsindustrie und bei ihren Dienstleistern an. Und dennoch ist in Sachen Digitalisierung Weiterentwicklung gefragt. Befragt nach den Kompetenzen, in denen sich die Leader gerne weiterentwickeln würden, zählen deshalb auch vier von fünf gewünschten Komeptenzen zur digitalen Führungskultur (siehe Abbildung 2; Grafik HCF).

"Das Gelingen der Digitalen Transformation ist für uns eine Frage der Führung und des Mindset", sagt Dr. Sabine Huppertz-Helmhold, HCF-Vorstandsvorsitzende. „Unser Anliegen ist es, in dieser Zeit des Umbruchs die notwendige Veränderung von Führungs- und Unternehmenskultur systematisch zu begleiten. Mit dem Digitalen Healthcare Index leisten wir Pionierarbeit für valide Daten als Basis dafür."

"Die Notwendigkeit, digitale Kompetenzen aufzubauen, ist auf den ersten und zweiten Führungsebenen der Gesundheitswirtschaft angekommen, aber die Frage nach dem 'Wie' bereitet vielen Unternehmen Probleme", so Emily Andreae von Adesso und HCF-Projektleiterin für den Digitalen Healthcare Index. Der IT-Dienstleister Adesso unterstützt die Studie als Hauptsponsor und hatte vor einem Jahr gemeinsam mit den HCF und IFAK den Grundstein dafür gelegt, als er eine qualitative Fokusgruppe von Top-Managerinnen zum Workshop bat.

Die HCF wollen gemeinsam mit IFAK nach Auswertung aller Ergebnisse aus der ersten Befragungsrunde drei Indizes herausbilden, mit deren Hilfe sich ein Relevanzranking geforderter Kompetenzen, digitaler Führungsreifegrad sowie der Digitalisierungsgrad des Unternehmens bestimmen lassen. Die Befragungen für den Digitalen Healthcare Index werden jährlich bis einschließlich 2023 durchgeführt.

Mehr Informationen zu Studie erhalten Sie hier.


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(aj) 08.07.2019


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