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Politik

'Barmer-Arzneimittelreport 2019' diskutiert Impflücken bei Kindern

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Trotz steigender Impfquoten gibt es in Deutschland auch deutliche Impflücken bei Kleinkindern und Jugendlichen. Drei Prozent der im Jahr 2015 geborenen Kinder hatten bis Stand 2017 in den ersten zwei Jahren keine der 13 Impfungen erhalten, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt. Das geht aus dem 'Barmer-Arzneimittelreport 2019' hervor, den die gesetzliche Krankenkasse mit Sitz in Berlin vorstellt.

Demnach war 2017, hochgerechnet auf Basis der Daten von Barmer-Versicherten, mehr als jedes fünfte im Jahr 2015 geborene Kind in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder unvollständig gegen Masern geimpft. Zudem war unter den Mädchen jede fünfte Zweijährige nicht vollständig gegen Röteln geimpft.

Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer: "In Deutschland werden immer noch zu wenige Kinder geimpft. Das macht die Ausrottung bestimmter Infektionskrankheiten unmöglich und verhindert den Schutz für all diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Wir brauchen zielgruppenspezifische Impfkampagnen, um die Skepsis und mögliche Ängste vor Impfungen abzubauen."

Erforderlich seien auch strukturierte Fortbildungsprogramme für Ärzte, um einen adäquaten Dialog mit Impfskeptikern zu trainieren.

Aus Sicht der Autoren des Reports sind die Impflücken größer als bisher bekannt. Prof. Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken und Autor des Arzneimittelreports, sagt: "Der Arzneimittelreport liefert aufgrund der gewählten Methodik der Analysen erstmals ein Bild von den tatsächlichen Impfquoten." Bei den sonst häufig zitierten Schuleingangsuntersuchungen würden die Impfquoten nur anhand der vorgelegten Impfpässe ermittelt. Dabei werde der Impfstatus von Kindern, die keinen Impfpass vorlegen, nicht berücksichtigt. Laut dem Report, der auf Analysen von Dr. Veronika Lappe von der PMV Forschungsgruppe an der Universität zu Köln basiert, wurde im Jahr 2017 bei den Kindern im einschulungsfähigen Alter bei keiner der 13 wichtigsten Infektionskrankheiten ein Durchimpfungsgrad von 90 Prozent erreicht. Für eine ausreichende Herdenimmunität wäre eine Immunisierungsrate von mindestens 95 Prozent erforderlich.

Arzneimittelausgaben der Barmer gestiegen

Weitere Analysen aus dem 'Barmer-Arzneimittelreport 2019' widmen sich den Arzneimittelausgaben dieser gesetzlichen Krankenversicherung. Im Jahr 2018 hat die Barmer 5,68 Milliarden Euro für Arzneimittel inklusive Rezepturen aufgewendet. Das entspricht einer Steigerung um insgesamt 207 Millionen Euro, beziehungsweise 7,6 Prozent pro Barmer-Versicherten im Vergleich zum Jahr 2017.

Von den Jahren 2015 bis 2018 sind die Arzneimittelausgaben pro Barmer-Versicherten um 18 Prozent gestiegen, und zwar von 584 Euro auf 689 Euro, so die Auswertung.

Der Vergleich des Jahres 2018 mit dem Jahr 2014 zeigt außerdem, dass die Anzahl verordneter Tagesdosen pro Barmer-Versicherten bei Frauen um zehn Prozent und bei Männern um elf Prozent gestiegen ist. Die Barmer zählt nach eigenen Angaben ca. 15.000 Mitarbeiter und 9,2 Millionen Versicherte.

Ähnliche Beiträge:

Februar 2019: 'Barmer Arztreport': Aufwand für ambulante Behandlung ist 2017 um zwei Prozent gestiegen

Juli 2018: Jeder fünfte Bürger betroffen von Mehrfach-Medikation mit fünf oder mehr Arzneimitteln

Juni 2017: 'Barmer-Arzneimittelreport 2017' fokussiert Kosten für Krebsmedikamente


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(np) 08.08.2019


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