Politik

Digital-Gipfel sucht Wege in die E-Health-Zukunft

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Auf dem Digital-Gipfel erhielt Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (Mitte) eine erste Kurzfassung des 'Monitoring-Report Wirtschaft Digital 2017' von Prof. Dr. Irene Bertschek (ZEW Mannheim, links) und Dr. Sabine Graumann (Kantar TNS, rechts). (Foto: Kantar TNS)

Politik, Verbände und Unternehmen haben auf dem Digital-Gipfel 2017 das Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen diskutiert. Aktuelle Zahlen bestätigen die Ausgangssituation, dass der Gesundheitssektor das Schlusslicht im deutschen Digitalisierungsindex ist. Auf der Veranstaltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel stand, gab es dazu erste Ergebnisse des 'Monitoring-Reports Wirtschaft digital 2017'. In dem jährlichen Digitalisierungsindex hat sich das Gesundheitswesen 2017 lediglich um einen Punkt verbessert und erreicht 37 von 100 möglichen Indexpunkten. Das bedeutet den letzten Platz unter allen beobachteten Branchen. An dieser Position wird bis 2022 nichts ändern, so die Prognose. Die Erhebung stammt von Kantar TNS und ZEW Mannheim im Auftrag des BMWi.

Abbildung unten: Laut 'Monitoring-Report Wirtschaft digital 2017' bleibt das Gesundheitswesen die einzige niedrig digitalisierte Branche in Deutschland. (Foto: Kantar TNS)


Bundesgesundheitsminister präsentiert Maßnahmen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat anlässlich des Digital-Gipfels vom 12.-13. Juni 2017 Maßnahmen vorgestellt, die seiner Meinung nach die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter kraftvoll vorantreiben. Er sagte in Ludwigshafen: "Nach mehr als zehn Jahren ist mit dem E-Health-Gesetz endlich Schwung in die Digitalisierung des Gesundheitswesens gekommen. Die Videosprechstunde, die telemedizinische Befundbeurteilung bei Röntgenaufnahmen, der elektronische Arztbrief oder der Medikationsplan bringen greifbare Vorteile für die Patienten."

Dieser Weg müsse konsequent fortgesetzt werden. "Als nächste Schritte stehen die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte, die elektronische Patientenakte, das Patientenfach und die Einbindung mobiler Anwendungen an. Mit dem Start eines sicheren Datennetzes im Gesundheitswesen haben wir einen Meilenstein geschafft. Jetzt muss es darum gehen, große Datenmengen zum Wohle der Patienten zu nutzen, um Krankheiten wie Alzheimer und Krebs in Zukunft besser verstehen und gezielt bekämpfen zu können."

Gemeinsam mit Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka kündigte Gröhe weitere konkrete Maßnahmen an. Dazu gehört:

  • eine Dialog-Plattform Digitale Gesundheit zu gründen, um gemeinsam mit allen Verantwortlichen die Nutzung von Big-Data für die Patientenversorgung voranzutreiben,
  • die Einführung von elektronischen Patientenakten zu forcieren,
  • verstärkt Projekte zu fördern, die die Möglichkeiten des digitalen Fortschritts im Gesundheitswesen aufzeigen und helfen, z.B. bei der Behandlung von Krebserkrankungen weitere Durchbrüche zu erzielen.

Bundeskanzlerin betont Chancen für die Gesundheitsversorgung

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte auf dem Digital-Gipfel die Chancen für das Gesundheitswesen. "Ich konnte mich heute beim Besuch von einzelnen Projekten auch davon überzeugen, wie sehr Digitalisierung auch im medizinischen Alltag bereits Einzug gehalten hat", sagte sie und fuhr fort:

"Mit Blick auf die Durchsetzung gleichwertiger Lebensbedingungen in Deutschland, gerade auch was die gesundheitliche Versorgung anbelangt, wird die Digitalisierung sehr viel mehr Chancen als Risiken in sich bergen – wenngleich sich auch eine Vielzahl von ethischen Fragen stellen wird; auch das ist vollkommen klar."

Merkel ging in ihrer Rede auf die Voraussetzungen für Digitalisierungsfortschritte in verschiedenen Branchen ein. Jedes Jahr sei der Ausbau der Infrastruktur ein zentrales Thema. "Die Gigabitanbindung wird notwendig sein, um neue Anwendungen – Telemedizin, autonomes Fahren und andere Anwendungen – überhaupt möglich zu machen. Wir reden vom Internet der Dinge, von der Vernetzung aller Dinge, die sich in den nächsten Jahren massiv weiterentwickeln wird. Dafür brauchen wir natürlich eine ganz neue Infrastruktur."

Digitalverband diskutiert Hürden der Digitalisierung

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), Düsseldorf, stellte auf dem Digital-Gipfel eine Publikation zu den Hürden der Digitalisierung vor. Darin geht es um 'Die fünf großen Blockaden auf dem Weg zur digitalen Gesundheit – und wie wir sie überwinden können'. In dem 22-seitigen Leitfaden 'Digitale Gesundheit' will eine Expertengruppe des Verbands aufzeigen, warum der Gesundheitssektor der digitalen Transformation so deutlich hinterherhinkt. Als Blockaden nennen die Autoren:

  1. Starre Regulierung
  2. Träge Strukturen der Krankenversicherungen
  3. Silodenken
  4. Komplexe Rechtslage zu Datenschutz und Datensicherheit
  5. Mangel an Bekanntheit und Vertrauen in der Bevölkerung.

Aus Sicht der Expertengruppe des BVDW muss digitale Gesundheit vom Patienten aus gedacht werden, um die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung erfolgreich zu gestalten. Bislang sei etwa die Gesundheitskarte, die Wechselwirkungen in der Medikation verhindern sollte, im Ergebnis kaum mehr als ein Placebo.

Verwandte Beiträge:

Juni 2017: Digitalisierung ermöglicht Dezentralisierung des Gesundheitswesens

Oktober 2016: Wirtschaftsindex Digital 2016: Stagnation im Gesundheitswesen

März 2016: Digitalisierungsindex 2015: Gesundheitswirtschaft ist Schlusslicht


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(np) 14.06.2017


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