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'MLP Gesundheitsreport 2019' beleuchtet Gesundheitssystem und Digitalisierung

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Bevölkerung und Ärzte nehmen die Gesundheitsversorgung in Deutschland weiterhin als sehr leistungsfähig wahr. Viele Bürger haben in den vergangenen Jahren bessere Erfahrungen mit der ärztlichen Versorgung gemacht. Das zeigt der 'MLP Gesundheitsreport 2019', vorgestellt von der Finanzberatung MLP, Wiesloch bei Heidelberg, und dem Institut für Demoskopie Allensbach. Die zum zehnten Mal erhobene Studie basiert auf einer Befragung von 1.200 Bürgern ab 16 Jahren sowie 530 Ärzten, die im Zeitraum Mai bis Juli 2019 erfolgte. Demnach sagen 77 Prozent der befragten Bürger, das Gesundheitssystem und die Gesundheitsversorgung in Deutschland seien "(sehr) gut". 2016 waren 82 Prozent, 2014 wiederum 79 Prozent und 2012 ähnliche 82 Prozent dieser Meinung. Unter den Ärzten sind es heute 89 Prozent, die das Gesundheitssystem als "(sehr) gut" einschätzen. 2016 waren es 93 Prozent, 2014 wiederum 90 Prozent und 2012 ebenfalls 93 Prozent befragter Ärzte, die diese Aussage trafen.

Ein ergänzender Fokus der am 9. Oktober 2019 veröffentlichten Studie liegt auf Digitalisierung: 48 Prozent der Bevölkerung und 89 Prozent der Ärzte glauben, dass es immer mehr telemedizinische Angebote geben wird, beispielsweise Videosprechstunden. 78 Prozent der befragten Mediziner glauben auch, dass Patienten die Möglichkeiten der Telemedizin verstärkt nutzen werden. Doch gegenwärtig sagen 88 Prozent der Niedergelassenen und 86 Prozent der Krankenhausärzte, bei ihnen gehöre eine Videosprechstunde nicht zum Angebot und sei auch nicht geplant.

Abbildung: Bürger sprechen häufiger von besseren Erfahrungen beim Arztbesuch (Quelle: 'MLP Gesundheitsreport 2019')

In Kliniken macht sich der Personalmangel bemerkbar

Die Befragung zum Gesundheitssystem zeigt laut MLP: Vielfach bemängelt werden – weiterhin – lange Wartezeiten beim Arzt sowie vorenthaltene Leistungen aus Kostengründen. So hatte rund ein Drittel der Bürger (34 Prozent) das Gefühl, medizinische Leistungen seien aus Kostengründen unterblieben (2012: 31 Prozent, 2016: 40 Prozent). Fast jeder zweite Arzt (45 Prozent) bestätigt, dass dies bei ihm bereits vorgekommen sei (2016: 44 Prozent).

In den Krankenhäusern spitzt sich die Lage weiter zu. Hauptproblem hier ist Zeitmangel aufgrund der schwierigen Personalsituation und vieler Nicht-Notfälle in der Notaufnahme. Mit 61 Prozent klagt eine deutlich gestiegene Zahl der Krankenhausärzte über fehlende Zeit für ihre Patienten (2016: 50 Prozent). Und von den befragten Krankenhausärzten hatten 75 Prozent häufig mit Notfällen zu tun, die keine seien. Die strukturellen Probleme zeichnen sich zunehmend in der wahrgenommenen Qualität der Versorgung in deutschen Krankenhäusern ab: Sie sei weniger oder gar nicht gut, urteilt inzwischen rund jeder fünfte Krankenhausarzt – 2016 war es nur knapp jeder zehnte.

Verstärkt hat sich zudem der Ärztemangel. Er wird für Ärzte und Bevölkerung insbesondere in Ostdeutschland immer sichtbarer. 46 Prozent aller befragten Bürger und 71 Prozent der Ärzte bejahen, es gebe einen Ärztemangel in der Region oder sie rechneten damit. 2016 sagten dies 60 Prozent der Ärzte. Unter den Bürgern sagen heute 64 Prozent der in Ostdeutschland befragten, sie sähen oder erwarteten einen Ärztemangel. In Westdeutschland sind es 40 Prozent.

Für die kommenden zehn Jahre gehen 59 Prozent der Ärzte von einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung aus (2016: 62 Prozent). In der Bevölkerung erwarten 30 Prozent eine Verschlechterung (2016: 39 Prozent), fasst MLP zusammen.

Ärzte sehen Digitalisierung die Medizin verändern

53 Prozent der Ärzte rechnen damit, dass die Digitalisierung die Medizin grundlegend ändern wird. Für vier Prozent ist dies sogar schon geschehen.

Dabei bewertet knapp die Hälfte den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) als Chance, 38 Prozent nehmen eher Risiken wahr. In der Telemedizin sehen die Ärzte eine Antwort auf den Ärztemangel (57 Prozent) und bescheinigen ihr generell mehr Vorteile (58 Prozent) als Nachteile (30 Prozent).

Insgesamt meinen 58 Prozent der befragten Mediziner, die Politik müsse im Bereich Digitalisierung mehr tun. Bei den unter 45-jährigen Ärzten denken dies sogar 71 Prozent, erbringt die Studie.

Abbildung: Einschätzung der Ärzte zum Einfluss der Digitalisierung (Quelle: 'MLP Gesundheitsreport 2019')

Abbildung: Meinung der Ärzte zum Potenzial der Telemedizin (Quelle: 'MLP Gesundheitsreport 2019')


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(np) 10.10.2019


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