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Barmer-Zahngesundheitsatlas erschienen: Kosten für Zahnversorgung hängen vom Wohnort ab

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Bei der zahnmedizinischen Versorgung Deutschlands gibt es teils enorme regionale Unterschiede: Patienten in Bayern greifen für Kronen, Brücken und Co. bundesweit am tiefsten in die Tasche. Sie zahlen im Schnitt 1.228 Euro als Eigenanteil zu ihrem neuen Zahnersatz zu und damit um fast 100 Prozent mehr als Patienten in Sachsen-Anhalt. Dort liegt der Eigenanteil bei 628 Euro. Das geht aus dem 'Barmer-Zahngesundheitsatlas' hervor, der heute (11.7.) in Berlin vorgestellt wurde.

Deutliche regionale Unterschiede gibt es demnach auch bei Früherkennungsuntersuchungen für Kinder. Erneut ist Bayern an der Spitze. Hier liegt die Inanspruchnahme-Rate bei 42,5 Prozent. Schlusslicht sind die Saarländer (27,7 Prozent).

Ost-West-Unterschiede bei der Inanspruchnahme

Die Ergebnisse des aktuellen Zahngesundheitsatlasses machen grundsätzlich zwei Tendenzen deutlich. Zum einen gibt es in vielen Versorgungsbereichen der Zahnmedizin Ost-West-Unterschiede. Zum anderen scheint ein Stadt-Land-Gefälle vorzuliegen. Der Unterschied zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern zeigt sich besonders bei dem Anteil der Bevölkerung, der zum Zahnarzt geht.

Demnach sind die Sachsen den Ergebnissen zufolge Spitzenreiter (77,1 Prozent), die Saarländer hingegen Schlusslicht (65,2 Prozent). Studienautor Prof. Dr. Michael Walter von der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik an der TU Dresden, sagt: "Die Gründe für die Unterschiede kennen wir nicht. Möglich wären tradierte Inanspruchnahme-Muster, verschiedene Präventionsaffinitäten und ein unterschiedlicher Stellenwert des Bonussystems."

Zahnersatz je nach Region zwischen 1.274 Euro und 1.877 Euro

Besonders eklatant sind laut Studienergebnissen die Ost-West-Unterschiede bei neuem Zahnersatz. 2017 lagen die Gesamtkosten je versorgtem Versicherten in den östlichen Flächenländern mit 1.274 Euro bis 1.379 Euro deutlich unter dem Bundesschnitt von 1.524 Euro.

Am teuersten war der Zahnersatz in Niedersachsen mit 1.877 Euro. Auch bei der Kostenverteilung fielen die Unterschiede massiv aus. Der vom Patienten zu tragende Eigenanteil lag beim Zahnersatz in den östlichen Flächenländern mit 47,7 Prozent bis 50,2 Prozent deutlich unter Bayern und Baden-Württemberg. Dort trugen Patienten mit ihrem Eigenanteil 66 beziehungsweise 66,7 Prozent der Kosten.

Stadt-Land-Unterschiede bei Zahnkronen und Kieferorthopädie

Der 'Barmer-Zahngesundheitsatlas' zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land. So bekamen 9,0 Prozent der Berliner und 8,7 Prozent der Hamburger im Jahr 2017 einen neuen Zahnersatz. Im Saarland waren es lediglich 6,4 Prozent und in Bayern und Rheinland-Pfalz jeweils 6,9 Prozent. Bundesweit traf dies auf 7,4 Prozent zu.

"Dass vor allem die Versicherten in den Stadtstaaten häufiger Zahnersatz bekommen, könnte zum einen am leichteren Zugang zur Versorgung bei einer vergleichsweise hohen Zahnarztdichte liegen. Zum anderen könnten höhere ästhetische Ansprüche eine Erklärung sein", sagte Walter.

Bei der Kieferorthopädie zeigt der Altas, dass die Inanspruchnahme bei den unter 20-Jährigen in Flächenländern etwas geringer ausfällt als im Bundesdurchschnitt. Dies könne unter anderem an den räumlich weiteren Wegen zum Kieferorthopäden liegen.

Besonders bei den sogenannten Zahnschienen zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Stadt und Land. Je 3,7 Prozent der Hamburger und der Berliner brauchen eine solche Hilfe bei Beschwerden im Kieferbereich, zum Beispiel durch Zähneknirschen. Zum Vergleich, in Thüringen sind es nur 1,4 Prozent.

"Der vergleichsweise stressige Alltag in Großstädten könnte ein Grund für die höhere Zahl von Aufbissschienen sein", meint Walter.

Bayern bei Zahnvorsorge für Kinder an der Spitze

Deutliche regionale Unterschiede gibt es auch bei der Früherkennung. So wird die Untersuchung für kleine Kinder tendenziell eher im Süden und im Osten genutzt und weniger im Norden und Westen Deutschlands. Die Inanspruchnahme pendelt zwischen 27,7 Prozent im Saarland und 42,5 Prozent in Bayern. Bundesweit waren 35,9 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat bei einer Früherkennungsuntersuchung.

Mehr Informationen finden Sie hier.



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(bs) 11.07.2019


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