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Kreativ-Wettbewerbe
CommAwards: Das sind die Health-Gewinner 2023
Die Award-Saison 2023 neigt sich dem Ende zu. Der Branchenverband der bayerischen Werbe- und Kommunikationswirtschaft CommClubs Bayern e.V. hat im November seine CommAwards ausgerichtet. Inmitten eines kreativen Spektrums prämierte der Verband herausragende Werbe- und Kommunikationsprojekte aus der DACH-Region in den Kategorien Audio, Health, PR, Space und Talent. Insgesamt 13 Awards wurden dabei an Healthcare-Einreichungen vergeben – davon drei Gold-, sieben Silber- und drei Bronze-Trophäen.

Das mit Gold prämierte Kunstprojekt 'Facing the taboo' des Bundesverband Kinderhospiz e. V. und der Mensch Kreativagentur zeigt Porträts von lebensverkürzend erkrankten Kindern auf großformatigen, durchscheinenden Glasflächen - Foto: Mensch Kreativagentur
Die Gewinner der Gold-Awards
Erfolgreichstes Healthcare-Projekt des Wettbewerbs ist 'Facing the taboo', das die Kinderhospizarbeit in das Licht der Öffentlichkeit rückt. Die Health-Jury vergab dafür Gold, die Space-Jury belohnte die Arbeit der Mensch Kreativagentur und dem Bundesverband Kinderhospiz e.V. zudem mit Silber. Herzstück der Aktion ist eine Kunstinstallation aus Glas mit den Portraits vier unheilbar kranker Kinder. 'Facing the taboo' wurde zum Kunstevent der Blauen Nacht in Nürnberg gelauncht und tourt als Ausstellung durch Deutschland.
In der Sparte Health-Produkt-Kampagne kürte die Jury 'Willkommen in Acid Town' von Peix Health zum Gold-Gewinner. Die aufmerksamkeitsstarke Dachmarkenkampagne für Talcid von Bayer Vital, Leverkusen, zeichnet sich durch eine detailreich illustrierte Stadt aus, die zeigt, wie der Magen und die Magensäure auf äußere Einflüsse reagieren.
Außerdem sicherte sich '#22WochenWarten' von Weber Shandwick Deutschland und der Deutschen Depressionsliga in der Kategorie PR – Social Impact und Sustainability einen Gold-Award. Die Aktion macht auf die durchschnittliche Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz bei einer psychischen Erkrankung wie Depressionen aufmerksam. Neben OOH und Guerilla-Maßnahmen wurde die Kampagne in den sozialen Medien durch Prominente und Influencer unterstützt.

Gold-Gewinner: Die integrierte Kampagne 'Willkommen in Acid Town' von Peix für Bayer Vital trommelt für Talcid und zeigt die illustrierte Stadt der Magensäure - Foto: Peix/ Bayer Vital
Die Gewinner der Silber-Awards
In der Health-Sparte versilberte die Agentur Cake die Sandoz-Kampagne 'Pee TV', DDB Germany die Impfkampagne 'Don’t wait, vaccinate!' (Auftraggeber: MSD Sharp & Dohme) und die Agentur Blaulicht für das Christliche Krankenhaus Quakenbrück das Projekt 'Dann bauen wir halt ne Landebahn für Störche'. Die Kreativen von Serviceplan Health & Life räumten doppelt Silber zusammen mit der Felix Burda Stiftung ab – in der Kategorie Health - Disease Awareness mit 'Kunst QR-Codes' und in der Kategorie PR - Social Impact und Sustainability mit 'Deal des Lebens'. Außerdem überzeugte in der Audio-Kategorie das Agentur-Kunden-Duo Accenture Song und Barmer mit 'Der Song, der stark macht', der ebenfalls mit Silber belohnt wurde.

PR-Gold sicherten sich Weber Shandwick und die Deutsche Depressionsliga für die Awareness-Kampagne '#22WochenWarten' - Foto: Weber Shandwick
Die Gewinner der Bronze-Awards
Im diesjährigen Wettbewerb wurden zudem drei Health-Arbeiten mit Bronze ausgezeichnet. Hier überzeugten in der Health-Sparte Schmittgall Health und die Beratungsstelle Ruf und Rat mit der Kampagne 'MEnToo' sowie Serviceplan und der AOK Bundesverband mit 'Familie – der größte Pflegedienst Deutschlands'. Bronzenes Edelmetall ging zudem in der Kategorie Audio Innovation an Scholz & Friends Berlin und InTempo für 'The Panic Prevention App'.
Des Weiteren schafften es elf Projekte in die Endrunde und auf die diesjährige Shortlist. Darunter finden sich Einreicher wie Antwerpes, Cake, Edelman, Grabarz & Partner, Hastings Music, Onliveline, Schmittgall und Serviceplan. Alle Gewinner und Finalisten der CommAwards 2023 finden Sie hier.

Die Health-Jury der CommAwards tagte Anfang November 2023 erstmals live gemeinsam in München - Foto: CommClub Bayern
Das sagen die Juryvorsitzenden
Die Arbeiten der Kategorie Health bewertete eine elf-köpfige Jury unter dem Vorsitz von Carolin Schürmann und Michaela Schütz (beide Digitas Pixelpark) mit Nils Giese (Edelman), Markus Valet (Retterspitz), Martin Kügelgen (Merck), Karin T. Adam (Wort & Bild Verlag), Robert Uliczka und Nadja Fischel (beide Selinka/Schmitz), Tom Schmelzer (Freelancer), Christoph Bohlender (Mensch Kreativagentur), Claudia Orth (Claudia Orth Kommunikationsberatung), Florian Bernsdorf (Serviceplan Health & Life), Anna Jäger (Healthcare Marketing).
Healthcare Marketing: Welchen Eindruck haben Sie vom CommAwards-Health-Jahrgang 2023?
Carolin Schürmann: Seit Einführung der Health Jury 2020 bei den CommAwards steigen unsere Einreichungszahlen kontinuierlich an. Die Qualität war von Anfang an schon sehr hoch. Gleichzeitig sehen wir immer wieder Arbeiten, die unseres Erachtens in der Jurybewertung besser performen würden, wenn sich bei den Case-Beschreibungen an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Engagement zeigen würde.
Healthcare Marketing: Gibt es spezielle Trends oder Entwicklungen in der Branche, die sich auf die Bewertung von Arbeiten bei den CommAwards auswirken?
Michaela Schütz: Wir nehmen für uns in Anspruch, dass sich unsere Jury nicht von externen Trends in der Branche beeinflussen lässt, ganz im Gegenteil. Die CommAwards standen schon immer für Unabhängigkeit und ein offenes Mindset der gesamten Kreativbranche gegenüber. Dementsprechend bewerten wir alle Cases stand alone, unabhängig vom 'Standing' der einreichenden Talente in der Branche beispielsweise. So hat bereits 2020 ein Newcomer bei uns Gold holen können.
Healthcare Marketing: Welche Merkmale oder Elemente haben die Gewinnerprojekte besonders hervorstechen lassen?
Schütz: Einmal haben Ideen immer einen hohen Impact, die es schaffen, Tabuthemen aufzubrechen und besser zugänglich zu machen, was bei Gesundheitsthemen besonders relevant ist. Denn viele Menschen finden nicht rechtzeitig zur gesundheitlichen Versorgung aufgrund von kognitiven, emotionalen oder sozialen Barrieren. Zusätzlich konnte dieses Jahr auch eine Arbeit überzeugen, die ein althergebrachtes Thema wie Sodbrennen völlig neu und zeitgemäß stark für eine junge und breite Zielgruppe inszenieren konnte.
Healthcare Marketing: In diesem Jahr gab es unter anderem erstmals eine Kategorie "Gender Health". Wie kam es dazu? Wie kann die Branche dazu beitragen, noch mehr für das Thema zu sensibilisieren und aufzuklären?
Schürmann: Gesundheit ist elementar für unsere Lebensqualität und ein optimaler Zugang dazu Bestandteil sozialer Gerechtigkeit. Frauen werden in der Medizin stark vernachlässigt. Spezifische Symptome bei Frauen finden in der Forschung seltener Beachtung, Frauenthemen werden generell weniger stark in der Gesundheitskommunikation berücksichtigt beziehungsweise korrekt dargestellt. Stigma ist hier ein großes Thema oder auch Gender Care Gap. Frauen wenden pro Tag im Durchschnitt 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Und all das beobachten wir im beginnenden 21. Jahrhundert. Wir finden das schlimm und deshalb haben wir für soziale Specials diese Extrakategorie eingeführt. 2024 stellen wir als Extra Kindergesundheit in den Fokus. Also macht Euch schon mal an die Arbeit!
Anna Jäger 23.11.2023










