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Nachhaltigkeit
Serviceplan und Aizome machen aus Abfall Hautpflege
Das japanisch-deutsche Textil-Startup Aizome mit Sitz in Tokio bringt in Partnerschaft mit Serviceplan Innovation, München, unter dem Namen Wastecare ein Hautpflegeprodukt auf den Markt. Dieses wird aus dem Abwasser der Textilfärberei gewonnen.
Eine begleitende Kampagne startete zum Welttag der Erde am 22. April 2023. Die erste Edition von Wastecare wurde dafür an Key Opinion Leader und Kollaborateure aus der Mode- und Textilbranche sowie dem Gesundheitswesen verschickt. Ziel der Kampagne ist es, Designer, Produzenten und Entscheidungsträger zu erreichen und die Textilindustrie nachhaltiger zu gestalten. Eine limitierte Auflage von Wastecare soll zudem im kommenden Aizome Indiegogo Drop zum Kauf angeboten. In den folgenden Monaten soll das Hautpflegeprodukt auch in Pop-up-Stores sowie auf Messen und Konferenzen präsentiert werden.
"Wastecare ist eine unserer bisher einfachsten Produktinnovationen. Zur Entwicklung brauchte es nur einen Perspektivwechsel und gutes Design: Industrieabfall – präsentiert als High-End-Hautpflege. Demonstriert nicht nur die weltverändernde Technologie von Aizome, sondern auch die Kraft des kreativen Denkens", kommentiert Alex Schill, Chief Creative Officer der Serviceplan Gruppe.

Das Packaging wurde inspiriert von der japanischen Kultur und ist recycelbar - Foto: Serviceplan Innovation
"Verpackt als High-End-Schönheitsprodukt, abgefüllt in einem Fläschchen medizinischer Qualität und verpackt mit vollständig recycelten Materialien, stellt Wastecare die Vorurteile in Bezug auf Abfall in Frage", betont Han Gao, Gründer und Designer von Workbyworks Studio.
Das Designsystem kombiniert visuelle Elemente, die von Ultraschall und traditioneller japanischer Kultur inspiriert sind. Das Packaging wurde in Zusammenarbeit mit Workbyworks Studio, einem in New York ansässigen Designstudio, entwickelt. Es soll Praktikabilität mit Ästhetik verbinden und den Anwendenden die Geschichte von Aizome erzählen durch Datenvisualisierung und Stoff, um schließlich dem Gesichtsserum näher zu kommen.
2017 gründete der gebürtige Münchener Michel May in Tokio das Unternehmen Aizome, das sich unter anderem auf die Produktion von hautberuhigender Bio-Bettwäsche spezialisiert hat. Aizome verwendet nach eigenen Angaben in seinem Färbeprozess nur Pflanzen, Wasser und Ultraschall anstelle von synthetischen Chemikalien. Dadurch habe das Abwasser, wie die Textilien, natürliche gesundheitliche Vorteile, wie zum Beispiel entzündungshemmende, schmerzlindernde und Hautverjüngung. Aizome verwendet dafür ein patentiertes Ultraschall-Färbeverfahren, um Pflanzenmoleküle an die Faser zu binden. Dafür macht es sich Heilpflanzen zu Nutze, wie Indigo, die Garn blau färbt und den Stoff entzündungshemmend macht für zu Ekzemen neigender Haut. Rubia beispielsweise produziert ein rotes Pigment und hilft, Menstruationsschmerzen zu lindern. Um Gelb zu erzeugen, wird Kurkuma verwendet, das auch als Antioxidans wirkt.
"Bei Aizome glauben wir, dass Textilien nicht nur harmlos, sondern sogar gesund sein sollten. Deshalb ist unser Färbeprozess von der Farm bis zum Stoff 100 Prozent natürlich", sagt Misa Muto, Mitbegründerin von Aizome. Die Vorteile des neuen Produktes wurden laut den Initiatoren von der National Eczema Association als Innovation zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit empfindlicher Haut anerkannt. Das zur Herstellung von Wastecare aus der Textilfärberei stammende Abwasser wurde nach Herstellerangaben nach strengen ökotoxikologischen und kosmetischen Sicherheitsstandards getestet und zertifiziert.
Anna Jäger 27.04.2023









































