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Digitalverband BVDW publiziert Faktencheck zu Gesundheits-Apps

Die Broschüre erörtert sechs Aussagen über Gesundheits-Apps (Foto: Cover / BVDW)
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat die neue Broschüre 'Mobile Health im Faktencheck' vorgestellt. Darin geht es um populäre Annahmen über Gesundheits-Apps und ihren Wahrheitsgehalt. Der Berliner Digitalverband thematisiert sechs Aussagen über Gesundheits-Apps, die nach Einschätzung der beteiligten Experten häufig in der gesellschaftlichen Debatte auftauchen. Zitate aus Zeitungen, Zeitschriften oder Studien repräsentieren diese populären Thesen. Die Autoren erörtern jeweils die Faktenlage und beleuchten in einem weiteren Abschnitt einige beispielhafte Gesundheits-Apps. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe begrüßt einleitend das Ziel der 22-seitigen Broschüre, "für häufig geäußerte Bedenken, aber auch Irrtümer, die rund um das Thema digitale Technologien erwachsen sind, eine sachliche Diskussionsgrundlage zu schaffen."
Ronny Köhler, Standortleiter bei der Corporate Publishing-Gruppe wdv und Leiter des Labs Mobile Health im BVDW: "Leider wird die Diskussion hierzulande sehr emotional und wenig faktenbasiert geführt. Der Faktencheck des BVDW soll mehr Licht in die gesellschaftliche Debatte bringen und dazu beitragen, den Weg für Innovationen im Gesundheitssektor zu ebnen."
Die sechs populären Thesen über Gesundheits-Apps und die Erörterungen des BVDW lauten zusammengefasst:
1. "Apps können Gesundheitsdaten gar nicht richtig messen." Das stimme so nicht. Zwar seien Sensoren in Smartphones und Wearables nicht so genau wie klinische Geräte, jedoch meist für die Zwecke der Anwendung ausreichend. Zudem könnten sie mit externen Sensoren kombiniert werden.
2. "Der Schutz der Gesundheitsdaten ist nicht gewährleistet." Der gesetzliche Datenschutz greife auch bei personenbezogenen Gesundheitsdaten. Die Offenbarung von Gesundheitsdaten durch Ärzte könne strafbar sein und die Anbieter von Mobile-Health-Technologien seien verpflichtet, die Anforderungen des Datenschutzes zu beachten.
3. "Es droht eine Entsolidarisierung." Das geltende Recht verbiete es, dass Krankenversicherten ein Nachteil bei ihrem Tarif entstehe, wenn sie sich weigerten, an erweiterten Datensammlungen bezüglich ihrer Gesundheit und ihres Lebenswandels teilzunehmen. Tarifkriterien wie Alter, gesundheitliches Risiko oder auch das Verhalten seien bei der gesetzlichen Krankenversicherung gesetzwidrig.
4. "Gesundheits-Apps sind nur Spielerei." Apps könnten eine gesundheitsbewusste Lebensweise fördern. Gerade Personen, die sonst eher nicht auf Prävention achten würden, könnten sich durch niedrigschwellige Anreize wie spielerische (Gamification) und soziale Elemente (Social Proof) zu einer bewussten Lebensweise motivieren.
5. "Apps können den Arzt nicht ersetzen." Auch wenn Apps den Arzt nicht ersetzen könnten und sollten, gelte es, die Chancen und Vorteile der Digitalisierung zu nutzen, um Probleme des heutigen Gesundheitswesens zu lösen: etwa die Unterversorgung in ländlichen Regionen, die schlechte und im Zweifelsfall teure Erreichbarkeit von Ärzten am Wochenende und nachts oder lange Wartezeiten für Arzttermine.
6. "Der deutsche Markt ist für Mobile-Health zu komplex." Anbieter hätten es in Deutschland in der Tat nicht leicht, sich am Markt zu behaupten. Im stark regulierten ersten Gesundheitsmarkt gebe es zahlreiche Modellprojekte und einzelvertragliche Lösungen. Im zweiten Gesundheitsmarkt liege für viele Anbieter die Chance, belastbare Nachweise für die Zulassung zum ersten Gesundheitsmarkt zu sammeln.
Natascha Przegendza 20.12.2016
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