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Arztsoftware als Medium wird durch Zertifizierungszwang aufgewertet
Vertragsärzte dürfen seit dem 1. Juli nur noch Arztinformationssysteme einsetzen, deren elektronischer Verordnungsvorgang von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zertifiziert wurde. Ziel ist ein manipulationsfreier Verordnungsvorgang. Basis der Zertifizierung ist ein Anforderungskatalog, der die Werbemöglichkeiten in Arztinformationssystemen und Datenbanken definiert. Der Katalog umfasst beispielsweise die Vollständigkeit und Aktualität der Arzneimittelstammdaten und die Arzneimittelsuche.
Für Anbieter von Infosystemen als Kommunikationskanal, z.B. aoki und intermedix, hat die Zertifizierung auch Vorteile. „Der Anforderungskatalog verbietet nicht Werbung in Arztinformationssystemen, sondern manipulatives Vorgehen der Maßnahmen“, so Werner Kern von der Mediaagentur MWO, die mit intermedix und aoki kooperiert. „Dieser Ansatz kommt allen entgegen, die lautere Werbemaßnahmen befürworten. Auf den Punkt gebracht bedeutet der Zertifizierungsprozess für unsere Kunden aus der Pharmaindustrie: Ab jetzt sind Werbemaßnahmen in Arztsoftware geprüft. Denn sie haben das Siegel der KBV.“
Im Marketing-Mix der Pharmaunternehmen gibt es laut MWO keinen Kanal zum Arzt, dessen Reichweite mit der Reichweite von Arztsoftware konkurrieren kann.
Reiner Kepler 28.07.2008
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