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Public Relations
PR-Ranking 2026: Healthcare-Umsätze bleiben stabil
Das Pfeffer Ranking 2026 ist erschienen. Das PR-Journal hat zum 30. Mal die Honorarumsätze und Mitarbeiterzahlen der PR-Agenturen in Deutschland ausgewertet. Insgesamt 84 Agenturen haben ihre Zahlen aus dem Jahr 2025 gemeldet und testieren lassen. Die Honorarumsätze gehen um 3,8 Prozent zurück, nachdem sie in den Vorjahren 2024 und 2023 leicht um 2,5 und 4,8 Prozent gestiegen waren. Während die Spitze zwar weniger Umsätze meldet, aber stabil bleibt, zeigt sich im Mittelfeld und darunter, dass die Branche unter Druck steht. Co-Herausgeber des Pfeffer-Rankings ist die GPRA – Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland, die das Ranking künftig auch inhaltlich und konzeptionell begleitet. Erstmals stellt das PR-Journal die Ergebnisse in einer neuen Datenbank vor.
Gesundheit, Medizin, Pharma erneut stärkste Branche
Wie in den Auswertungen der vergangenen Jahre bleibt Gesundheit, Medizin, Pharma die stärkste Branche. Wenngleich sie ebenfalls leichte Rückgänge verzeichnet. Für 2025 haben 38 Agenturen ihre Healthcare-Umsätze für das Ranking gemeldet. Ihr Gesamtumsatz liegt bei 103,7 Millionen Euro.
Die Liste der Top-Agenturen wird wie im Vorjahr angeführt von der Hamburger Agenturgruppe FisherAppelt (siehe Tabelle am Ende der Meldung). Auf folgenden Plätzen finden sich DP-Medsystems, TeamFarner/Komm.Passion, Weber Shandwick, Edelman und MSL, die ebenfalls jeweils ihre Platz verteidigen. Vier von ihnen melden jedoch weniger Umsätze als im Vorjahr. Unter die Top-10 mischen sich die Neueinsteiger Medperion mit 6,79 Millionen Euro auf Platz sieben und MC Services mit 4,76 Millionen Euro Umsatz, ausschließlich mit Healthcare erzielt, auf Platz neun. Serviceplan führt mit acht Prozent weniger Umsatz auf Healthcare zurück (2024: 10 %) und landet auf Platz acht. Im Healthcare-PR-Ranking aufsteigen kann die Faktenkontor-Gruppe mit 2,72 Millionen Euro, die 15 Prozent ihres Gesamtumsatzes (2024: 10 %) entsprechen.
Die Spitze der Healthcare-PR bleibt stabil
FischerAppelt, Hamburg, ist nicht nur in der Gesamtwertung, sondern auch in der Healthcare-Auswertung die größte und wirtschaftlich stärkste PR-Agentur in Deutschland. Vom Gesamt-Honorar in Höhe von 68,2 Millionen Euro erzielte FischerAppelt 14,32 Millionen Euro in der Healthcare-Branche. Interessant ist, dass der Gesamtumsatz der Gruppe zwar sinkt, das Honorar von Healthcare-Kunden jedoch unverändert bleibt, so dass dessen Anteil am Gesamtumsatz von 19 auf 21 Prozent steigt.

Eva Weghmann ist stolz, dass FischerAppelt seinen ersten Rang im Pfeffer-Ranking halten konnte – Foto: Petra Herbert für fischerAppelt
Eva Weghmann, Geschäftsführerin FischerAppelt, relations und Leitung FischerAppelt, health: "2025 war extrem dynamisch und das Marktumfeld von spürbarem Transformationsdruck geprägt. Die Regulatorik wird komplexer, die Budgets werden gezielter allokiert und die Zielgruppen verlangen nach absolutem Mehrwert. Dass wir im Pfeffer-Ranking erneut Platz 1 im Healthcare-Segment verteidigen konnten, macht uns stolz und bestätigt unseren Kurs. Wir bei FischerAppelt, health haben die Grenzen zwischen den Disziplinen endgültig eingerissen. Gefragt ist die gesamte Klaviatur von der datenbasierten Strategie über kreative Brand Experience bis zum gesundheitspolitischen Agenda-Setting. Pharma-Unternehmen suchen keine isolierten Kampagnen mehr, sondern integrierte Ansätze. Botschaften müssen im politischen Raum genauso zünden wie in der Fach-Community. Gleichzeitig wird die Kommunikation emotionaler und nahbarer. In der Patientenansprache ist Social First, orchestriert mit starken KI-Features für personalisierten Content, längst der Standard. Wir nehmen eine verstärkte Nachfrage nach Digital Health & Social First, Brand Experience & Live-Kommunikation sowie Public Affairs & Corporate Communications war. Die Nachfrage nach strategischer Positionierung an den Schnittstellen zu Politik, Wissenschaft und Gesellschaft boomt. Die klassische, rein edukative Produkt-PR ohne digitale Story verliert allerdings massiv an Relevanz."
Auf den zweiten Rang gelangt DP-Medsystems aus Germering, mit einem Umsatz von 13,23 Millionen Euro und leichtem Wachstum um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ausschließlich mit Healthcare erzielte Honorar erzielte die zur The Medical Communication Group gehörende PR-Agentur mit 94 Mitarbeitenden.

Robert Pichlmaier vertritt die umsatzstärkste reine Healthcare-Agentur DP-Medsystems, die im PR-Journal-Ranking auf Platz zwei landet – Foto: DP-Medsystems
Robert Pichlmaier, Geschäftsführer Dpmed, The Medical Communication Group: "Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Digitalisierung den Healthcare-Markt nachhaltig verändert. Auch die Rolle der Healthcare-PR hat sich spürbar weiterentwickelt. Gefragt ist heute weit mehr als klassische Medienarbeit. Unternehmen suchen nach glaubwürdigen Kommunikationsstrategien, die wissenschaftliche Inhalte verständlich vermitteln, Reputation nachhaltig stärken und den Dialog mit unterschiedlichen Stakeholder:innen fördern. Besonders dynamisch entwickeln sich Medical Content, Medical Education, Healthcare-PR, Omnichannel-Kommunikation sowie daten- und KI-gestützte Prozesse, die Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz gleichermaßen erhöhen. Weniger gefragt sind dagegen isolierte Einzelmaßnahmen ohne strategische Einbettung. Unternehmen suchen zunehmend Partner, die digitale Innovation mit medizinischer Kompetenz verbinden und Kommunikation ganzheitlich denken. Die Zukunft erfolgreicher Healthcare-Kommunikation liegt aus unserer Sicht in der intelligenten Verbindung von menschlicher Expertise, wissenschaftlicher Exzellenz, strategischer PR sowie den Möglichkeiten der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz."
Den dritten Rang belegt die Agenturgruppe Team Farner / Komm.Passion, in Düsseldorf und Hamburg ansässig, mit einem Healthcare-Anteil von 12,5 Millionen Euro, die 60 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Die Gruppe gibt an, im Wertungsjahr 180 Mitarbeitende beschäftigt zu haben, während im Vorjahr 165 Menschen auf der Payroll standen.

Jelena Mirkovic landet mit Komm.Passion in der Healthcare-Auswertung des Pfeffer-Rankings auf Rang drei und empfindet 2025 als Wendejahr - Foto: Komm.Passion
Jelena Mirkovic, Co-CEO von Team Farner/ Komm.Passion: "2025 war ein Wendejahr: Die Pharma-Industrie navigiert durch regulatorischen Druck, Vertrauensverlust und tiefgreifende interne Transformationen. Change-Kommunikation war das dominierende Thema, nach innen wie nach außen. Zentrale Herausforderung: Ärzt:innen und Patient:innen überhaupt noch erreichen, bei Informationsüberflutung und fragmentierten Kanälen. Hier liegt der eigentliche Shift: Information findet nicht mehr zentral statt. Durch KI und neue Suchlogiken verteilt sie sich dezentral über Plattformen und Kontexte. Wer relevant bleiben will, braucht Ökosystem-Denken, nicht Kampagnendenken. Genau darin liegt die Chance für Beratungen, die Komplexität nicht scheuen, sondern verdichten können. Was Pharma somit bei uns nachfragt, ist kein einzelnes Instrument, sondern integriertes Denken: strategische Begleitung komplexer Prozesse, kombiniert mit inhaltlichem Tiefgang und kreativer Inszenierung – und das Ganze datenbasiert. Rückläufig ist (erfreulicherweise) die isolierte Kanalexekution: Pressemitteilung hier, Social-Post dort."

Das Pfeffer-Ranking 2025 weist Healthcare mit 103,7 Millionen Euro erneut als stärkste Branche aus - Quelle: PR-Journal; eigene Berechnungen © Healthcare Marketing 2026
Madita Bürkner 09.07.2026







































