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Mediennutzung
KI-gestützte Chatbots sind im Alltag der Ärzte angekommen
Die Zahl der Medienkanäle und - angebote wächst – auch im medizinischen Sektor. Für Ärzte wird es immer schwerer Informationen richtig einzuordnen. Für die Fachzielgruppe ist es dabei nicht mehr nur entscheidend, wo sie schnell Informationen herbekommen, auch welchen Kanälen sie glauben schenken können, gewinnt für Sie immer mehr an Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt der Facharztreport 2026 der Ärzteplattform Coliquio, Konstanz, der Healthcare Marketing exklusiv vorliegt. Für die Untersuchung wurden zwischen dem 20. Januar und dem 20. Februar 2026 insgesamt 1.340 Ärzte online in der DACH-Region befragt. Beleuchtet wurde, wie sich das Verhältnis von Fachmedien, digitalen Plattformen, persönlichem Austausch und KI-Tools verändert.
Demnach leiden Ärzte in ihrem Berufsalltag unter einem starken Informationsüberflutung. Etwa jeder zweite Befragte sieht das Herausfiltern von relevanten Informationen als größte Hürde (48,4 %) an. Dicht dahinter folgt eine zunehmende Anzahl an E-Mails (44,3 %). Die Studie zeigt, das eine neue Herausforderung hinzukommt: Für 40 Prozent der Befragten ist das Einschätzen der Verlässlichkeit von KI-Informationen eine akute Herausforderung im Praxis- oder Klinikalltag. Rund ein Viertel nennt mangelndes Vertrauen in die Objektivität der Quellen als Hürde bei der Informationsbeschaffung.
Daneben kommen die Studienautoren zum Schluss, dass die klassische Trennung in Digital und Analog zunehmend zu kurz greift. "Eine zeitgemäße Betrachtung ärztlicher Wissensaufnahme orientiert sich vielmehr am konkreten Informationsbedürfnis", teilt Coliquio mit. Bei der täglichen, schnellen Informationssuche sind Ärztenetzwerke (21 %) der Studio zufolge der beliebteste Kanal, gefolgt vom persönlichen Austausch (17 %) und KI-Chatbots (11 %). Die Top 5 komplettieren E-Mail-Newsletter (10 %) und der persönliche Austausch online (9 %).
Bei der Kanalnutzung fällt zudem ein großer Unterschied zwischen den Generationen auf: Während bei den über 45-Jährigen Fachmedien in digitaler und gedruckter Form noch häufiger genutzt wird, sind sie bei den Jüngeren nicht mehr in den Top 10. Fachzeitschriften digital und in Print rangieren hier nur auf Platz 11 und 14. In der jüngeren Generation (bis 45 Jahre) sind der persönliche Austausch vor Ort und KI-Anwendungen die am häufigsten täglich genutzten Quellen. KI-gestützte Chatbots sind im Alltag damit als schnelle Informationsquelle angekommen.
Häufig genutzte Kanäle sind nicht automatisch vertrauenswürdig
Ein weiteres Ergebnis: Kanäle und Angebote, die häufig genutzt werden, sind nicht automatisch vertrauenswürdig. Laut Coliquio sind bei der täglichen Informationssuche Fachliteratur und Austausch am vertrauenswürdigsten. Social Media und KI-Chatbots liegen auf den letzten Plätzen, obwohl sie häufig genutzt werden.
Bei der jüngeren Generation (bis 45 Jahre) zeigt sich, dass sie Informationsquellen insgesamt ein höheres Vertrauen entgegen – insbesondere Kongressen und Ärztenetzwerken – löst sich jedoch zunehmend von traditionellen Kanälen. Besonders deutlich wird der Vertrauensvorschuss der Jüngeren bei digitalen und interaktiven Formaten wie sozialen Netzwerken, Videoplattformen oder KI-Chatbots. Persönliche, direkte Formate werden in diesem Bereich hingegen zurückhaltender bewertet.
Mit Blick auf den Dialog im Fachkreis stellt der Facharztreport heraus, dass der kollegiale Austausch weiterhin eine der wichtigsten Quellen in der medizinischen Informationssuche ist. Die Top-Gesprächsthemen sind dabei Therapieentscheidungen und Patientenfälle. Jeder zweite Befragte gibt zudem an, dass der persönliche Austausch im Kontext von KI wichtiger wird. Bei der Kommunikation sind digitale Formate auf dem Vormarsch: Rund ein Viertel der jüngeren Generation gibt an, sich immer stärker digital auszutauschen.
Trotz wachsender Bedeutung von digitalen Formaten bleibt der Außendienst für Ärzte wichtig. 40 Prozent der Befragten sagen, dass der Pharmakontakt trotz Zunahme von KI weiterhin relevant ist, während 26 Prozent sich vorstellen können, künftig durch KI auf den Außendienstkontakt verzichten zu können.
Bessere Pharma-Infos in KI-Modellen gewünscht
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Marcel Kodura 16.06.2026









































