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Gastbeitrag
Teil 3: KI kommuniziert – der Mensch berührt
Künstliche Intelligenz dominiert derzeit die Debatten über die Zukunft der Healthcare-Kommunikation. Zwischen Heilsversprechen und Untergangsszenarien geht oft unter, worum es im Kern wirklich geht: nicht um die Frage Mensch oder Maschine, sondern um die Frage, wer Bedeutung schafft.
In dieser dreiteiligen Gastbeitragsreihe von Creative Consultant Dr. Tom Schmelzer wird die Rolle Künstlicher Intelligenz in der Healthcare-Kommunikation anhand eines fiktiven Streitgesprächs zwischen Tex, dem menschlichen Texter, und Kai, der KI, verhandelt. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Technik als die grundlegende Frage, wer Bedeutung schafft – und was Kommunikation wirklich wirksam macht.
In Teil eins und zwei haben Kai und Tex festgestellt, dass Künstliche Intelligenz zwar Routinen beherrscht, aber keine Originalität schafft. Und dass es gerade bei Healthcare-Kommunikation und -Branding mehr braucht als Geschwindigkeit. Es braucht Urteilsvermögen, Empathie, Markenverständnis, Verantwortlichkeit – und die Fähigkeit, aus nüchternen Fakten menschliche Bedeutung zu formen, um die Zielgruppe tatsächlich zu berühren.
Die Entscheidung: Warum Texter berühren – und KI nur berechnet
Kai: Du sagst also: KI ist hilfreich, aber nicht wirklich smart?
Tex: Ja. KI assistiert. Sie kann strukturieren, kürzen, zusammenfassen – aber nur, wenn jemand am Steuer sitzt, der weiß, was er tut. Wer die Fakten selbst nicht kennt, bekommt zwar oft fehlerfreien Text – aber inhaltlichen Unsinn. Denn von Sinn hat KI keinen blassen Schimmer. Sie arbeitet ausschließlich mit statistischen Methoden und scheitert häufig an logischen Problemen. Es braucht jemanden, der beurteilen kann, ob eine Formulierung fachlich stimmt, semantisch trägt, regulatorisch sauber ist – und kommunikativ überhaupt Sinn macht.
Kai: Aber was ist denn dann echte Kreativität...?
Tex: … das, was uns zu Menschen macht: Intuition. Geschmack. Risiko. Fehler. Mut. Zivilisatorischer Fortschritt. Nick Cave hat schon recht: 'Künstlerisches Ringen ist die Energie der Welt. Überspringt man es, zerstört man das Gleichgewicht.' In einer Welt austauschbarer Perfektion ist die Kunst des vermeintlich Imperfekten eine enorme Stärke. Die Japaner haben daraus die Philosophie des Wabi-Sabi entwickelt. Im Branding nennt sich das Prinzip: Differenzierung. KI erklärt Realität. Gute Texter schaffen Bedeutung.
Kai: Also braucht man Texter gerade dann, wenn’s im Branding knifflig wird?
Tex: Genau. Denn Marken fungieren in Krisenzeiten als Anker. Ihre Kommunikation muss unbedingt Vertrauen erzeugen – durch Klarheit, Einfühlungsvermögen und Verantwortung. Sicher nicht durch generischen Einheitsbrei. Oder möchtest Du, dass hinter Deiner Lieblingsmarke eine Maschine steckt?
Kai: Hm. Und KI?
Tex: Bleibt Trüffelsucher. Nicht Trüffelkoch.
Kai (nickt): Dann bist du also unverzichtbar.
Tex (lächelt): Wenn’s um was geht, ja. Für Standardaufgaben darfst du gerne KI benutzen. Für Relevanz, Überraschung und echte Ideen vermeidest du besser einen Algorithmus, der dir lediglich den wahrscheinlichsten Satz serviert. Rede mit einen Textprofi: Der denkt das Unwahrscheinliche mit. Und weiß, wie man Marken führt, Menschen berührt und Risiken verantwortet. Die emotionale Intelligenz sitzt immer noch dem Rechner gegenüber.
Lesen Sie hier
Teil 1: KI kommuniziert – der Mensch berührt 'Die Behauptung'
Teil 2: KI kommuniziert – der Mensch berührt 'Die Wahrheit'
Dr. med. Tom Schmelzer
Dr. Tom Schmelzer ist Arzt und spezialisiert auf strategische Healthcare-Kommunikation für MedTech- und Pharmaunternehmen. Sein Schwerpunkt als Texter liegt auf der Übersetzung komplexer klinischer Inhalte in kreative, klare, evidenzbasierte Botschaften für HCPs, Patienten und Entscheider. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in Brand Storytelling und wissenschaftsnaher Kreativarbeit entwickelt er Launch-Narrative, Value Propositions und multimediale Content-Formate entlang der gesamten Patient Journey. Kontakt: tomschmelzer.de









































