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Tex und Kai als visuelle Metapher für die aktuelle Debatte um den Einsatz von KI in der Kommunikationsbranche - Foto: Tom Schmelzer

Gastbeitrag

Teil 2: KI kommuniziert – der Mensch berührt

Künstliche Intelligenz dominiert derzeit die Debatten über die Zukunft der Healthcare-Kommunikation. Zwischen Heilsversprechen und Untergangsszenarien geht oft unter, worum es im Kern wirklich geht: nicht um die Frage Mensch oder Maschine, sondern um die Frage, wer Bedeutung schafft.

Der erste Teil dieses Gastbeitrags von Dr. Tom Schmelzer hat genau hier angesetzt – und gezeigt, dass KI zwar schnell, fleißig und statistisch brillant ist, ihre Kreativität jedoch klare Grenzen kennt. KI liefert den wahrscheinlichsten Text, nicht den besten. Sie kann Daten analysieren, aber keine Muster brechen. Sie erzeugt Content, aber keine überraschenden Wahrheiten. Mit anderen Worten: KI ist ein exzellenter Praktikant, doch leider ein miserabler Chef.

Diese Folge führt die Überlegungen nun konsequent weiter – und verschärft sie. In einem fiktiven Streitgespräch treffen erneut die beiden Protagonisten aufeinander: Tex, der menschliche Texter, und Kai, die Künstliche Intelligenz. 

 

Die Wahrheit: KI kann alles – außer dem, was zählt: denken, fühlen, kuratieren

Kai: Aber KI spart Zeit. Healthcare-Werbung ist kompliziert – schneller Content ist doch ein Vorteil.

Tex: Schneller ist nicht gleich besser. Gute Kommunikation lebt von Empathie, Risikoabschätzung, Kontext, Kenntnis der Patient Journey – und von der Fähigkeit, komplexe Inhalte so zu formulieren, dass die Zielgruppe sie versteht und sich gesehen fühlt.

Kai: Aber KI kann recherchieren!

Tex: Nur, was schon da ist. Wir Kreativen müssen etwas Neues schaffen: Probleme definieren, Insights eruieren, Marken besser machen. KI liefert Rohmasse. Ich liefere Relevanz. Oder wie David Droga es ausdrückt: 'Kreativität findet immer einen Weg, Dinge interessanter zu machen. KI findet lediglich den offensichtlichen Weg.'

Kai: Gut, aber Du musst zugeben: KI trifft brillante Entscheidungen.

Tex: KI rechnet, rät – und redet vermeintlich brillant. Und wenn es dann knallt, schaut sie unschuldig und sagt sinngemäß: 'Ich hab nur gemacht, was du mir gesagt hast.' Auch wenn Entscheidungen faktisch delegiert werden: KI übernimmt keine Verantwortung. Die bleibt immer beim Menschen.
 
Kai (zögernd): Aber mit genug Training…
 
Tex: …trainiert sich KI in den Durchschnitt hinein. Je länger sie auf dem Markt ist, desto größer wird das Inzuchtdilemma: ein endloser, selbstreferenzieller Rückkopplungskreislauf. Shit in – Shit out. KI wird teurer und schlechter, also unorigineller und fehleranfälliger. Und nichts davon wird von Menschen erlebt, gefühlt oder – siehe oben – verantwortet.
 
Kai: Aber Marken brauchen doch Konsistenz!
 
Tex: Eben. Und Kunden wollen End-to-End-Expertise: Strategie, Tonalität, Idee, Brand Identity – und kritisches Denken. Dafür braucht es jemanden, der führt. Einen Texter, der kuratiert, beurteilt, gegensteuert und versteht, was Wirkung erzeugt … statt nur Lärm zeitigt.
 
 
Fortsetzung folgt... Teil 3 erscheint am 30. Januar 2026: 'Die Entscheidung' – Kann Kai Tex noch umstimmen?

 

Lesen Sie hier Teil 1: KI kommuniziert – der Mensch berührt 'Die Behauptung'

 

Dr. med. Tom Schmelzer

Dr. Tom Schmelzer ist Arzt und spezialisiert auf strategische Healthcare-Kommunikation für MedTech- und Pharmaunternehmen. Sein Schwerpunkt als Texter liegt auf der Übersetzung komplexer klinischer Inhalte in kreative, klare, evidenzbasierte Botschaften für HCPs, Patienten und Entscheider. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in Brand Storytelling und wissenschaftsnaher Kreativarbeit entwickelt er Launch-Narrative, Value Propositions und multimediale Content-Formate entlang der gesamten Patient Journey. Kontakt: tomschmelzer.de

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Redaktion 23.01.2026

 

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