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Studien
Gesundheitskompetenz steigt eher digital als navigationell
Die Gesundheitskompetenz in Deutschland ist leicht gestiegen – doch hierbei bleibt die soziale Kluft groß. Im Durchschnitt verfügen 44 Prozent der Personen ab 18 Jahren über eine hohe Gesundheitskompetenz – drei Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Dieser leicht positive Trend zeigt sich allerdings nur bei einigen Bevölkerungsgruppen, vor allem bei Menschen, die sozial und finanziell bessergestellt sind. Das ergibt eine Studie zur Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland, die in dritter Auflage ein Forschungsteam der Universität Bielefeld, der Charité/Universitätsmedizin Berlin und der Hertie School/University of Governance durchgeführt hat (HLS-GER 3). Studienleiterin ist Professorin Dr. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld. Bei der Erhebung hat das Institut für Demoskopie Allensbach knapp 2.650 Personen ab 18 Jahren hierzulande im Zeitraum Oktober 2024 bis Januar 2025 befragt. Die Realisierung erfolgte mithilfe einer Förderung des Bosch Health Campus, daneben beteiligte sich das Land Nordrhein-Westfalen und unterstützte eine Zusatzbefragung für NRW. Die Ergebnisse hat das Forschungsteam am 9. Oktober 2025 in den Räumen der Robert Bosch Stiftung in Berlin vorgestellt.
In dem leichten Aufwärtstrend in puncto Gesundheitskompetenz sieht die Studienleiterin "einen vorsichtigen Grund zur Hoffnung". Schaeffer erklärt: "Die Steigerung mag klein erscheinen. Angesichts von Pandemie, Kriegs- und Klimakrise sowie wirtschaftlicher Unsicherheit ist es bemerkenswert, dass sich die Gesundheitskompetenz verbessert hat."
Den Ergebnissen zufolge haben 56 Prozent der Deutschen weiterhin eine geringe Gesundheitskompetenz und teilweise erhebliche Schwierigkeiten, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen oder für sich zu nutzen. Deshalb fordert Schaeffer, dem Thema mehr Beachtung zu schenken.
Ein Fortschritt zeigt sich etwa mit Blick auf digitale Medien: Die Kompetenz mit digital verfügbaren Gesundheitsinformationen umzugehen, stieg um 4,7 Prozentpunkte. Das dürfte aus Sicht der Studienmacher auf einen Lernprozess durch die verstärkte Nutzung digitaler Informationsmöglichkeiten zurückzuführen sein.
Rund 83 Prozent der Befragten nutzen inzwischen Internetseiten, um sich über Gesundheitsthemen zu informieren – 18 Prozentpunkte mehr als 2020. Des Weiteren hat sich die Nutzung von Gesundheits-Apps verdoppelt. 44 Prozent der Befragten verwenden solche. Und: 17 Prozent greifen bereits auf KI-basierte Anwendungen zurück.
Unverändert groß bleiben die Schwierigkeiten bei der Orientierung und Navigation im Gesundheitssystem, heben die Studienmacher hervor. 82 Prozent der Befragten finden es schwer, sich im Gesundheitssystem und den dazu notwendigen Informationen zurechtzufinden – etwa sich über die eigenen Patientenrechte zu informieren oder zu verstehen, wie das Gesundheitssystem funktioniert.
Mit Blick auf die sozialen Unterschiede halten die Forschenden fest: Während Menschen mit höherem Sozialstatus und besserer finanzieller Ausstattung ihre Gesundheitskompetenz verbessern konnten, stagnieren die Werte bei sozial benachteiligten Gruppen. Wer bereits gut aufgestellt sei, profitiere vom positiven Trend. Wer dagegen ohnehin Schwierigkeiten habe, mache keine Fortschritte. Für diese Gruppen bleibe das Risiko eines ungesunden Verhaltens hoch.
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Natascha Przegendza 15.10.2025









































