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Medizintechnik-Hersteller
"Invisible Class": Ottobock und Presence setzen ein Zeichen
Reisen gilt als Inbegriff von Freiheit – doch für viele Menschen mit Behinderung bleibt es oft ein Hindernislauf. Mit einer neuen internationalen Kampagne 'The Invisible Class' schaffen das Duderstädter Medtech-Unternehmen Ottobock und die Berliner Kreativagentur Presence Awareness dafür, was Millionen Reisende ausbremst. Ziel ist es, nicht nur Barrieren sichtbar zu machen, sondern gleichzeitig Lösungswege aufzuzeigen, wie selbstbestimmte Mobilität für Menschen mit Behinderungen gelingen kann.
Mit dem Begriff "Invisible Class" beschreibt Ottobock eine symbolische Reiseklasse, in der 1,3 Milliarden Menschen weltweit unterwegs sind. Nicht aus freier Wahl, sondern weil strukturelle Barrieren sie in genau diese Position bringen. "Ihre Reisen werden unnötig erschwert: durch verlorene oder beschädigte Rollstühle an Flughäfen, unzugängliche Verkehrsmittel und Unterkünfte – und auch durch die Unsicherheit und Unwissenheit von Mitarbeitenden und Mitreisenden, die oft nicht wissen, wie sie angemessen helfen oder reagieren sollen", erklärt Martin Böhm, Chief Experience Officer bei Ottobock.
In Berlin sind zum Start der Kampagne 84 digitale Werbeflächen von WallDecaux an Bahnhöfen und mehr als 4.000 stadtweit verteilte Poster zu sehen. Die Kampagne arbeitet mit Slogans wie 'From: Wanderlust – To: Wanderlost' oder 'From: All inclusive – To: You’re excluded'. Die Motive zeigen den Kontrast zwischen Urlaubserwartung und der ungeschönten Realität aus Sicht der Betroffenen.

Mit OOH-Präsenz will die Ottobock-Kampagne 'Invisible Class' verdeutlichen, wie viele Hindernisse Reisen für Menschen mit Behinderung noch immer mit sich bringt - Foto: Presence/Ottobock
Parallel läuft die Kampagne digital in über 15 Ländern auf Google, Instagram, Facebook und TikTok. Unter dem Hashtag #InvisibleClass teilen rund 50 Markenbotschafter und Influencer ihre Erfahrungen zu Herausforderungen, geben Reisetipps und laden in den sozialen Kanälen zum Austausch ein. Die Inhalte werden auf dem Content-Hub ottobock.com/de-de/invisible-class gebündelt. Dort findet sich unter anderem eine von Nutzern kuratierte Google-Maps-Liste mit barrierefreien Zugängen zu Sehenswürdigkeiten, Unterkünften und Dienstleistungen.
Auch ein begleitender Film, der unter der Regie von Milo Blake und der Berliner Filmproduktion LeBerg entstanden ist, macht die Herausfordungen der Betroffenen sichtbar. Im Film stehen drei internationale Stimmen im Mittelpunkt: Ayleen Walter (Deutschland), querschnittsgelähmt durch eine chronische Wirbelsäulenerkrankung, setzt sich als Model und Speakerin für Empowerment ein. Davide Morana (Italien), Para-Leichtathlet und Meister im Sprint, lebt nach einer Meningitis mit Amputationen beider Beine und Arme. Zainab Al-Eqabi (Vereinigte Arabische Emirate), die im Kindesalter ein Bein verlor, ist heute Fernsehmoderatorin und Aktivistin.

Die Motive der Kampagne stellen die Erwartung und Realität für die Reisenden gegenüber - Foto: Presence/Ottobock
"Mit Invisible Class wollen wir aufzeigen, dass Mobilität sehr unterschiedlich erlebt wird – und wie wichtig es ist, Barrieren zu erkennen, um sie gezielt abzubauen", so Böhm. "Indem wir mit unseren Anwenderinnen und Anwendern weltweit und zeitgleich Aufmerksamkeit erzeugen, regen wir gemeinsam zu einer Veränderung für eine barrierefreie Zukunft an." 'The Invisible Class' verfolge dabei bewusst einen konstruktiven Ansatz. Neben der Darstellung von Hürden liegt der Fokus auf Lösungen und Alltagshilfen, angereichert mit Erfahrungsberichten, Interviews, Reisehacks und Empfehlungen für barrierefreie Orte.
Mit der neuen Kommunikationsoffensive knüpft der Hersteller von Versorgungslösungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an die Kampagne 'The Unofficial Discipline' an. Diese war während der Paralympischen Spiele 2024 in Paris gestartet und sollte Barrieren im Alltag von Menschen mit Behinderungen sichtbar machen. Die Kampagne wurde seither bei diversen nationalen und internationalen Kreativwettberwerben wie Clio Health und ADC ausgezeichnet.
Anna Jäger 03.09.2025









































