|
|
Mediennutzung
KI-Chatbots halten Einzug in den Alltag der Ärzte
Ärzte in Deutschland nutzen immer häufiger KI-gestützte Chatbots, um sich im beruflichen Alltag zu informieren. Das geht aus der ARI-Mediennutzungsstudie hervor, die die drei Ärztenetzwerke Coliquio, DocCheck und Esanum nun veröffentlicht haben. Für die Untersuchung, die 2024 zum ersten Mal erschien, wurden rund 1.300 Ärzte, die Mitglieder der Online-Ärztenetzwerke sind, zu ihrer beruflichen Mediennutzung und den bevorzugten Informationsquellen befragt.
Demnach hat die Relevanz von KI-Chatbots für Ärzte stark zugenommen. Jeder vierte Befragte (26 %) greift bereits auf entsprechende Tools zurück. Besonders bei jungen Ärzten sind diese Services schon stark verbreitet. Dabei geht die KI-Nutzung über die reine Recherche hinaus und wird etwa in den Bereichen der Früherkennung, Diagnose und Erstellung von Behandlungsplänen zu Hilfe genommen.
Bei der KI-Nutzung in der Praxis zeigen sich Unterschiede vor allem zwischen den Fachbereichen: Während etwa ein Drittel der Befragten aus der Dermatologie auf KI in der Diagnose und Früherkennung setzt, sind die Gastroenterologie und Hämato-Onkologie Vorreiter der KI-Nutzung im Bereich der Behandlung und Therapieunterstützung.
Generell kommt die Studie zu dem Schluss, dass die digitale Mediennutzung unter den Ärzten stark zunimmt. So entfällt knapp zwei Drittel (62 %) der beruflichen Mediennutzung auf digitale Quellen. Im Vergleich zu 2024 ist der Anteil der digitalen Quellen damit um drei Prozentpunkte gestiegen. In den kommenden drei Jahren erwarten die Befragten einen Anstieg um zehn Prozentpunkte.
Mit Blick auf die einzelnen Kanäle liegen Ärzte-Communities an der Spitze aller Infoquellen. Sie werden von 89 Prozent der befragten Ärzte mindestens einmal monatlich genutzt. Dahinter folgen E-Mail-Newsletter (87%) und Print-Fachzeitschriften (86%). Komplettiert wird die Top 5 von digitalen Lernplattformen (84 %). Weitere beliebte Informationsquellen digitale Fachzeitschriften (84 %), der persönliche Austausch und Online-Fortbildungen (jeweils 81%). Persönliche Außendienstbesuche vor Ort (44 % Nutzung) und virtuelle Außendienstgespräche (15 % Nutzung) werden wenig in Anspruch genommen. Auch soziale Netzwerke (12%) spielen in Bezug auf die berufliche Nutzung keine hervorgehobene Rolle.
Die Studie zeigt außerdem, dass ärztliches Fachpersonal für berufliche Informationen zunehmend auf audiovisuelle Formate wie Videoplattformen und Podcasts zurückgreifen. Zwei Drittel der Befragten hörten mindestens einmal monatlich fachbezogene Podcasts, so die Studienautoren.
"Die Ergebnisse der ARI-Studie zeigen, dass medizinische Informationsquellen einem bedeutenden Wandel unterliegen und die Mediennutzung sowie -präferenzen der Ärzteschaft nicht in Stein gemeißelt sind, sondern sich künftig noch weiter in den digitalen Raum verschieben werden", erklären Katharina Radunz (Coliquio), Julia Kroll (DocCheck) und Tom Renneberg (Esanum). Wer Fachinhalte anbiete, sollte dabei der Informationsvermittlung stärker denn je die Perspektive der Ärztin oder des Arztes als Rezipient im Blick behalten. "Gerade im Hinblick auf KI-Lösungen müssen Fachinhalte sich daran messen lassen, schnell verfügbar, kompakt und anschaulich zu sein."
Kostenlos versorgt Sie der Healthcare Marketing-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!
Marcel Kodura 06.08.2025









































