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BCN-Deutschland-Puls
Hohe Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem
Die Deutschen haben ein geringes Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem und die Politik. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Deutschland-Puls des Crossmedia-Vermarkters BCN, die auf dem BCN Health Lab am 3. Juli 2025 in München erstmals vorgestellt wurde. Die neue Untersuchung will ein Stimmungsbild zu aktuellen Gesundheitsthemen liefern und beleuchtet dazu neben aktuellen Sichtweisen auf das Gesundheitssystem und digitale Gesundheitslösungen unter anderem die Themen Longevity, Gesundheitsmedien und Apotheken.
Laut der Untersuchung vertrauen nur 22 Prozent der Menschen dem Gesundheitssystem in Deutschland. Noch geringer fällt das Vertrauen in die Gesundheitspolitik aus (14%). Auch die Zufriedenheit ist gering: Lediglich 20 Prozent sind aktuell mit dem Gesundheitssystem und nur zwölf Prozent mit der Gesundheitspolitik zufrieden. Dabei sind Frauen deutlich weniger zufrieden mit dem aktuellen System (16 % der Frauen versus 24 % der Männer) und vertrauen ihm auch weniger (19 % der Frauen vs. 26 % der Männer). Einen Erklärungsansatz sehen die Studienautoren im viel diskutierten Gender-Health-Gap, der Frauen in der Medizin strukturell benachteiligt und sich negativ auf deren Wahrnehmung des Systems auswirkt.
Menschen wünschen sich besseren Zugang zu Fachärzten
Für diese Unzufriedenheit 53 Prozent fordern grundsätzliche Veränderungen in der Gesundheitspolitik. Viele sorgen sich konkret vor weiter steigenden Krankenkassenbeiträgen (55%), und befürchten, dass sie sich den Versicherungsschutz im Alter nicht mehr leisten können (34%). Diese Sorgen wirken sich negativ auf das Vertrauen in die Krankenkassen aus: Nur die Hälfte der Menschen (50%) vertrauen ihrer Krankenversicherung. 29 Prozent finden das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung gut. Die meisten Befragten fordern vom Gesundheitssystem eine schnellere Terminvergabe bei Fachärzten (84 %), die Erhöhung der Qualität der medizinischen Versorgung (75%) und mehr Präventation und Gesundheitsförderung (64%).
Digitale Gesundheitslösungen werden gut angenommen
Ein weiterer Teil der Studie beschäftigte sich mit digitalen Gesundheitslösungen wie die Ende April 2025 eingeführte elektronische Patientenakte (ePA). Einem Großteil der Befragten (88%) ist die ePA bereits bekannt. Allerdings trifft die Lösung auf ein gemischtes Feedback. Immerhin 46 Prozent geben an, dass die ePA den Arztbesuch vereinfachen wird, und 44 Prozent sind der Meinung, dass sie einen entscheidenden Fortschritt in der Gesundheitsvorsorge darstellt. Allerdings bewertet rund ein Viertel (24 %) die ePA kritisch. Ein Grund sind Sicherheitsbedenken: So machen sich 30 Prozent Sorgen hinsichtlich des Schutzes ihrer persönlichen Daten.
Deutlich positiver kommt das E-Rezept bei den Verbrauchern. Die digitale Variante des bisherigen Papierrezepts, die seit Anfang 2024 im Einsatz ist, wurde bereits von 65 Prozent der Befragten genutzt. Dabei sind 58 Prozent der Meinung, dass das E-Rezept die Besorgung von rezeptpflichtigen Medikamenten vereinfacht. Weitere 55 Prozent schenken dem E-Rezept ihr Vertrauen. Demgegenüber stehen 19 Prozent der Befragten, die Bedenken bezüglich des Datenschutzes äußern. Elf Prozent finden, das E-Rezept sollte wieder abgeschafft werden.
Skepsis gegenüber KI in der Medizin
Dem Einsatz von KI im Gesundheitswesen stehen die Menschen eher skeptisch gegenüber. Laut dem Deutschland-Puls sind fast zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass KI in der Medizin nie den Menschen nie ersetzen können (67%). Ein weiteres Drittel (33 %) sehen den Einsatz von KI in der Medizin als positiv, und 30 Prozent sind überzeugt, dass KI das Gesundheitswesen maßgeblich verbessern wird.
"Das Vertrauen der Menschen bei diversen Gesundheitsthemen ist ausbaufähig", resümiert Susanne Müller, Geschäftsführerin Märkte bei BCN. Hier sei Aufklärung durch Politik oder au Medien gefragt. "Vertreterinnen und Vertreter aus Medien, Pharma, Forschung, Politik und Wirtschaft können dabei einen entscheidenden Beitrag leisten."
Für die Studie wurden zwischen Mai und Juni 2025 insgesamt 2.000 Online-Nutzer ab 16 Jahren befragt. Zusätzlich sind die Ergebnisse mit Daten der Studienreihen B4P 2024, B4P Extra Gesundheit 2024 und B4P Trends Medienvertrauen/Fake News 2025 angereichert. Die Studie Deutschland-Puls soll künftig jährlich erscheinen.
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Marcel Kodura 03.07.2025









































