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Kreation
Schmallenberg sucht einen Kinderarzt
Der Ärztemangel ist in vielen Regionen Deutschlands ein drängendes Problem. Eine Gemeinde, die davon betroffen ist, hat die Situation nun selbst in die Hand genommen: In Schmallenberg hat sich eine Elterninitiative um Hannah Roßwinkel, Nicole Carpitella und Susanne Kafaoglu gegründet. Sie will auf den Kinderärztemangel in der 84 Ortschaften umfassenden Gemeinde in Nordrhein-Westfalen aufmerksam machen und die Nachfolgeregelung beschleunigen.
Unter dem Motto 'Kinderarzt Willkommen' ist in Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Hamburger Storytelling-Agentur Rakete Gold eine Social-Media-Kampagne entstanden, die seit Mitte Februar 2025 auf Instagram und YouTube läuft.
Die Kampagne verfolgt einen Mockumentary-Ansatz. Die Clips zeigen verzweifelte, aber einfallsreiche Eltern, die mit absurden Methoden versuchen, den fehlenden Kinderarzt zu ersetzen – von Sauna-Dauereinsätzen über fragwürdige Smoothie-Kreationen bis hin zu kuriosen DIY-Diagnoseversuchen.
"Die Eltern handeln aus bester Intention – doch ihre Maßnahmen werden zunehmend fragwürdiger. Zum Ende der Kampagne laufen sie vollkommen aus dem Ruder, und damit rückt das eigentliche Problem in den Fokus: Es braucht dringend eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt in Schmallenberg", erklärt Andreas Bruns die Idee. Die Kampagne entstand pro bono unter der kreativen Leitung des Agenturchef von Rakete Gold und seinem Team gemeinsam mit einem Netzwerk.

Neben dem Spot trommelt Schmallenberg auch mit diversen Motiven auf Social Media - Foto: Rakete Gold
Die Kampagne richtet sich an Kinderärztinnen und -ärzte, insbesondere an Berufseinsteiger, die sich ein Leben in einer ländlichen, Region vorstellen können. Schmallenberg wird dabei nicht nur als Arbeitsplatz, sondern als Ort des Zusammenhalts präsentiert. Darüber hinaus soll die Kampagne auch die breite Öffentlichkeit unterhalten und sensibilisieren. Sie zeigt, was es bedeutet, wenn eine ganze Region ohne kinderärztliche Versorgung auskommen muss – mit dem Ziel, Unterstützung und Aufmerksamkeit zu generieren und das Thema in den Fokus gesellschaftlicher Debatten zu rücken.
Gedreht wurde im Januar 2025 bei winterlichen Bedingungen in acht Tagen an mehr als 20 Drehorten. Rund 100 Menschen, darunter sowohl Laiendarsteller als auch professionelle Schauspieler, waren an der Umsetzung beteiligt. Finanziert wurde die Kampagne ausschließlich durch Spenden lokaler Unternehmen und Organisationen.
"Die gemeinsame Arbeit von Profis und Laien aus Schmallenberg zeigt bereits in der Umsetzung, wie stark der Zusammenhalt in der Region ist", betont Kameramann Roman Schauerte aus Schmallenberg. Das Projekt gehe über den Film hinaus: "Filme inspirieren Menschen oft nur indirekt. Hier aber schafft die interaktive Einbindung der Bevölkerung direkten gesellschaftlichen Wandel. Der Call to Action passiert nicht nach dem Film – er ist der Film."
Anna Jäger 06.03.2025









































