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Dr. Manuel Nothelfer, CEO und Gründer der Wellster Healthtech Group, sieht für sein Unternehmen große Chancen bei der Behandlung von Übergewicht und Adipositas– Foto: Wellster Healthtech Group

E-Health

Wellster nimmt verstärkt das Thema Adipositas in den Blick

Digitale Angebote im Gesundheitsmarkt sind auch hierzulande auf dem Vormarsch. Dazu gehören auch medinische Video-Sprechstunden, die etwa die Wellster Healthtech Group anbietet. Das deutsche Unternehmen mit Sitz in München betreibt Plattformen zu verschiedenen Gesundheitsthemen, darunter Dienste zur Männergesundheit (Go Spring), Frauengesundheit (My Summer), Gewichtsmanagement (Go Lighter) und diagnostischen Tests (Easy Testen).

Der Anbieter, an dem Unternehmen wie ProSiebenSat.1 beteiligt sind, trägt damit zur digitalen Transformation des Gesundheitswesens bei. Auf welcher Entwicklungsstufe der deutsche Markt hier steht, wo es noch Hürden auf dem Weg zur Transformation gibt und welche eigenen Pläne man 2025 verfolgt, verrät Dr. Manuel Nothelfer, CEO und Gründer der Wellster Healthtech Group, im Gespräch mit Healthcare Marketing.

Deutscher E-Health-Markt birgt großes Potenzial

"Der deutsche E-Health-Markt bietet viele Potenziale, doch die regulatorischen Hürden verhindern derzeit, dass vielversprechende Anbieter nachhaltig Fuß fassen können", fasst der Manager die derzeitige Situation zusammen. Als Beispiel nennt er das das Heilmittelwerbegesetz (§ 9 HWG), das die Kommunikation über digitale Gesundheitsangebote "explizit erschwert und damit komplett aus der Zeit gefallen wirkt".

Hürden dieser Art hemmen seiner Meinung nach das wirtschaftliche Wachstum des Healthtech-Sektors und die flächendeckende Versorgung von Patienten mit digitale Gesundheitslösungen. Denn Telemedizin hat für Nothelfer eine gesellschaftliche Relevanz: "Sie kann angesichts des Ärztemangels die Versorgungslücken zumindest teilweise schließen und eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung, auch in ländlichen Regionen, gewährleisten."

Nothelfer fordert politische Reformen, um Innovationen im Bereich Telemedizin in Deutschland besser zu unterstützen und es Anbietern zu ermöglichen, neue Gesundheitslösungen auf den Markt zu bringen. Daneben appelliert er dafür, die telemedizinische Versorgung in die Standardbehandlungsmöglichkeiten  aufzunehmen, die Ärzte nutzen können. Laut dem Wellster-Chef ist das aktuell nicht der Fall. "Derzeit ist Telemedizin in 99,9 Prozent aller medizinischen Leitlinien nicht vorgesehen."

Wellster verzeichnet wachsende Reichweiten

Trotz der regulatorischen Hürden blickt Wellster positiv auf das eigene Geschäft im Jahr 2024 zurück.Unsere Reichweiten haben sich entsprechend der unterschiedlichen Ausgangsbasis der Plattformen entwickelt. Am stärksten gewachsen sind Go Lighter und Go Easy, da diese recht neuen Plattformen noch auf kleinem Fuße standen", sagt Nothelfer, und ergänzt: "Bei den etablierten Plattformen wie Go Spring und My Summer verzeichnen wir ein gesundes, stabiles Wachstum."

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Umsatz. Im Oktober 2024 hat die Wellster Healthtech Group laut Unternehmensangaben die Profitabilität erreicht, "als erstes Start-up aus der E-Health-Branche in Deutschland", wie der Anbieter damals mitteilte. Insgesamt hat das Unternehmen die ersten neun Monate im Jahr 2024 einen Umsatz in Höhe von 30 Millionen Euro eingefahren – ein Wachstum von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seit der Gründung im Jahr 2018 wurden nach Unternehmensangaben bereits über zwei Millionen Patienten in Deutschland auf Wellster-Plattformen versorgt.

Wachstumsfelder im Blick

In den kommenden Monaten will Wellster Healthtech potenziellen Wachstumsfelder prüfen. "Wir analysieren neue Märkte, insbesondere im europäischen Ausland, und prüfen alle unternehmerischen Optionen – von verstärkten Investitionen bis hin zu strategischen Akquisen", erklärt Nothelfer gegenüber Healthcare Marketing.  Im medizinischen Bereich sieht er große Chancen bei der Behandlung von Übergewicht und Adipositas. Der Wellster-Healthtech-CEO führt aus: "Im diesem Jahr erwarten wir ein erhebliches Wachstum, besonders durch die steigende Nachfrage nach GLP-1-Antagonisten und die damit verbundene breite Akzeptanz von digitalen Gesundheitslösungen im Bereich der Adipositas-Behandlung."

Daneben bereitet Wellster die Veröffentlichung einer großen telemedizinischen Studie zum Sättigungshormon GLP-1 vor, die dabei helfen, die Position des Unternehmens in der Gesundheitsbranche zu stärken. "Diese Studie und unsere datengetriebenen Ansätze bieten großes Potenzial, die Reichweite unserer Plattformen erheblich auszubauen. Gleichzeitig sehen wir Optionen in der Weiterentwicklung unserer bestehenden Services und der Erweiterung um neue therapeutische Bereiche", sagt Nothelfer unserem Magazin.

Schwerpunkt im Marketing liegt auf TV und Online

Um seine Plattformen im Endverbrauchermarkt zu bewerben, setzt Wellster auf verschiedenen Medienkanäle. "Unsere Kommunikationsstrategie basiert auf einer ausgewogenen Kombination aus TV- und Online-Kampagnen sowie Sonderwerbeformaten wie Event-Sponsoring", erklärt Nothelfer. Ergänzt werden diese Maßnahmen um eine PR-Strategie, "die zeitgemäße Wissenschaftskommunikation nutzt, um daraus spannende Consumer-Themen für eine breite, interessierte Öffentlichkeit abzuleiten." Der Verantwortliche weiter: "Unser Fokus liegt dabei auf Upper-Funnel-Aktivitäten, da viele Patient:ien noch gar nicht wissen, dass es die Möglichkeit der Online-Behandlung gibt."

Zudem will das Unternehmen mithilfe eigener Umfragen und Studien "eine starke Verbindung zu relevanten Zielgruppen und der wissenschaftlichen Gemeinschaft" schaffen und das Vertrauen in die eigen Marken sowie die Expertise im Bereich digitale Gesundheit stärken.

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