Mit der Initiative 'What's Apo' rückt die ABDA gesundheitspolitische Themen in den Fokus angesichts der anstehenden Bundestagswahl – Foto: ABDA

Informationsplattformen

ABDA setzt 'What's Apo'-Initiative um

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Berlin, startete am 15. Januar 2025 die Initiative 'What's Apo'. Mit der neuen Website whatisapo.de bietet die Interessenorganisation eine Informationsplattform an, die gesundheitspolitische Ziele der Bundestagskandidierenden beleuchtet. Interessierte Bürger sollen anhand einer Deutschlandkarte nachschauen können, welche Politiker aus ihrem Wahlkreis sich dazu äußern. Die ABDA hatte Politiker aufgerufen, Video- oder Textstatements zu bestimmten gesundheitspolitischen Fragen einzureichen.

Der Ansatz ist eine Weiterentwicklung der Initiative 'Wahlradar Gesundheit'. Bei der Kreation und Umsetzung von 'What's Apo' hat die Münsteraner Agentur Cyrano unterstützt. Die inhaltliche Strategie verantwortet der siebenköpfige ABDA-Vorstand, und die Umsetzung liegt beim Leiter der Kommunikationsabteilung Benjamin Rohrer. "Wir hatten mit Blick auf einen normalen Wahlkampf eigentlich vor, die Kampagne über mehrere Monate hinweg laufen zu lassen. Nun mussten wir das Design und die Funktionsweisen der Internetseite aber sehr schnell auf die Beine stellen, was uns aus unserer Sicht sehr gut gelungen ist", erklärt Rohrer.

Mit der neuen Initiative verfolgt die ABDA unterschiedliche Ziele. Rohrer führt fort: "Einerseits wollten wir die Aufmerksamkeit der Kandidierenden für den nächsten Deutschen Bundestag auf die Bedeutung der Gesundheitsversorgung in ihrem eigenen Wahlkreis lenken. Andererseits wollten wir die Politikerinnen und Politiker auch darüber informieren, welche Herausforderungen für die Arzneimittelversorgung und das Apothekenwesen bundesweit und somit auch bei ihnen vor Ort bestehen." Der Kommunikationschef nennt Stichworte wie Apothekenanzahl, Honorare und Arzneimittellieferengpässe. "Wir wollen mit den Abgeordneten darüber ins Gespräch kommen und den Bürgerinnen und Bürgern gleichzeitig zeigen, wie ihre Wahlkreis-Kandidaten diese Probleme auflösen wollen", ergänzt Rohrer.

Learnings aus vorherigen Initiativen

Das vorherige Format 'Wahlradar Gesundheit' hat dieses Kommunikationspotenzial bereits gezeigt. Rohrer sagt: "Aus den vorangegangenen Bundestagswahlen haben wir gelernt, dass es sich lohnt, die Gesundheitspolitik im Wahlkampf auf die Tagesordnung zu setzen. Es lohnt sich, die Kandidierenden für die Gesundheitsversorgung frühzeitig zu sensibilisieren, um nach der Wahl mit den Politikerinnen und Politikern im Gespräch zu bleiben. 'What’s Apo' und der 'Wahlradar Gesundheit' sind also quasi der erste Anknüpfungspunkt zu den MdBs von Morgen."

Für die neue Plattform hat der Verband politische Kandidierende aus allen 299 Wahlkreisen zur Aufnahme eines kurzen Video-Statements oder einem schriftlichen Statement zu gesundheitspolitischen Themen aufgerufen. Die teilnehmenden Politiker hat die ABDA auf Bundesebene durchs eigene Kampagnenbüro über die Initiative informiert. Für die Landesebene nutzte der Verband seine Landesapothekerkammern und -verbände und auf Kommunalebene setzte die ABDA auf seine Wahlkreisbotschafter. Das sind von der ABDA beauftrage Apotheker und Apothekerinnen in den Wahlkreisen, die regional die politischen Akteure für die ABDA ansprechen sollen.

Schon bei der Aufforderung zum Mitwirken setze die ABDA dieses Mal auf ein digitaleres, interaktives Format. "Deswegen bitten wir die Politikerinnen und Politiker jetzt auch, eine kurze Umfrage zur Arzneimittelversorgung und ein Video-Statement hochzuladen. Denn beim Wahlradar haben wir beobachtet, dass sich die Kandidierenden oftmals einfach mit der jeweiligen Parteizentrale abgestimmt haben, sodass dieselben 'vorgefertigten' Statements abgegeben wurden", verdeutlicht Rohrer.

"Der 'Königsweg' für die Aktion ist eigentlich das Video-Statement. Wir glauben, dass es gerade im digitalen Zeitalter und in einem so verkürzten Wahlkampf sinnvoller ist, wenn wir die Statements der Kandidierenden als Video-Statement abfragen und veröffentlichen. Nur wenn die Aufnahme des Videos nicht möglich oder explizit nicht gewünscht ist, können die Kandidierenden ein schriftliches Statement abgeben. Bei den schriftlichen Statements war es uns wichtig, dass auch Kandidierende mitmachen können, die wenig oder keine gesundheitspolitische Erfahrung haben. Insofern haben wir mit zu beendenden Sätzen einen Impuls geben wollen, den die Politikerinnen und Politiker möglichst frei aufgreifen sollen", sagt Rohrer.

3 Fragen an politische Akteure

In den Kurzvideos beantworten die Politiker die beiden Fragen ‚Wenn Sie für einen Tag 'Bundesgesundheitsminister/-in für die Arzneimittelversorgung wären, was wäre Ihre erste Amtshandlung?' und 'Warum ist die besondere Expertise der Apothekerinnen und Apotheker so wichtig für das Gesundheitswesen' und für Sie persönlich. Zum Abschluss sollen die politischen Akteure den Satz 'Gesundheitsversorgung bedeutet für mich und die Menschen in meinem Wahlkreis, dass...' vervollständigen. Bisher sind schon 250 Statements politischer Akteure entstanden. Zu den bekanntesten Teilnehmenden zählen beispielsweise Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze von der SPD, Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Brantner, CSU-Vizeparteivorsitzende Dorothee Bär, CDU-Vizeparteivorsitzender Andreas Jung, Linken-Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek und der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann.

Die entstandenen Videos spielt die ABDA auch auf ihren Social-Media-Kanälen auf Facebook, Instagram und LinkedIn aus. Daneben hat die ABDA ihre Mitglieder aufgefordert, die Videos über Social Media zu teilen. Aus Rohrers Sicht ist das digitale Teilen ein sehr wichtiger Aspekt: "Jedes einzelne Statement kann auf mehreren Social-Media-Kanälen geteilt werden. Auch die Politikerinnen und Politiker nutzen diese Funktion schon jetzt intensiv und verbreiten ihre eigenen Statements. Das führt dazu, dass wir in wenigen Wochen eine erhebliche Reichweite für whatisapo.de erzeugen konnten."

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