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Thomas Engels, geschäftsführender Gesellschafter von ApoNow, will Pharmakunden künftig dabei helfen, Endkonsumenten zu befragen – Foto: ApoNow

Bestellplattformen

Aponow nimmt Data-Driven-Marketing in den Blick

OTC-Produkte auf der Landingpage eines Pharmaherstellers bestellen und dann in der Apotheke vor Ort abholen oder sich von der Offizin liefern lassen – dieser Service war für Endkonsumenten und Unternehmen noch Neuland, als die Bestellplattform Aponow 2014 an den Start ging.

"Pharmahersteller, Apotheken und Kunden vom Aponow-Konzept zu überzeugen, erforderte anfangs viel Pionierarbeit. Denn Click- & Collect-Lösungen waren seinerzeit noch kaum bekannt, Pharmahersteller wollten Online-Kunden eher in den Versandhandel locken und lokale Apotheken sahen ihren Benefit zunächst nicht", erinnert sich Thomas Engels, geschäftsführender Gesellschafter der ApoNow GmbH mit Sitz in Wetter an der Ruhr.

Nach verschiedenen Aufklärungskampagnen und einer Menge persönlicher Gespräche habe man das zum Glück ändern können. Engels weiter: "Die meisten Apotheken freuen sich über den kostenfreien Service, den Hersteller ihnen bieten – Online-Umsätze in ihre Kassen zu spülen. Immer mehr Hersteller wollen heute verstärkt lokale Apotheken unterstützen und Endkunden selbst entscheiden lassen, ob sie lokal oder online kaufen möchten." Für Engels bietet dieser Ansatz, der bereits auf der Expopharm 2013 entstand, Vorteile für alle Beteiligten. Hersteller würden den Kaufimpuls der Kunden in tatsächliche Käufe transformieren, und die lokale Apotheke verliere Online-Kunden nicht mehr automatisch an den Versandhandel.

Inzwischen ist Aponow nicht mehr der einzige Anbieter in diesem Segment. Dennoch sieht Engels Alleinstellungsmerkmale für die Plattform. Der Manager führt aus: "An Aponow ist nahezu jede deutsche Apotheke angebunden, außerdem jede österreichische, italienische und schweizerische." Insgesamt zählen 41.500 Apotheken und über 170 Hersteller in den vier Ländern zu den Partnern der Plattform.

Aponow führt neue Services ein

Zudem wird die Bestellplattform kontinuierlich weiterentwickelt. "Wir arbeiten ständig daran, unseren Kunden neue Features zu bieten und spezifische Wünsche in Individuallösungen umzuwandeln", erklärt Engels. Zuletzt hat Aponow seine Plattform um die Funktion Leihen erweitert. Dadurch können nun etwa Milchpumpen ausgeliehen werden können. Für die Augenpflaster von Solventum bietet man zudem eine Sonderlösung an, "die jeden Schritt von der Konfiguration einer individuellen Bestellung bis hin zur Bestellinformation an die ausgewählte Apotheke und das Logistikunternehmen SK Pharma digitalisiert und optimiert", sagt Engels.

Neu ist auch die Zusammenarbeit mit Frag die Apotheke. Endkunden können sich damit online live durch Apotheker beraten lassen und über Aponow nun die Produkte direkt in einer lokalen Apotheke bestellen. Das Angebot kann auch auf Hersteller-Webseiten integriert werden. Diese Services ergänzen das Angebot einer Plattform, die es nun schon seit zehn Jahren auf dem Markt gibt.

Jubiläum mit 'Let it grow'-Aktion

Das Jubiläum von Aponow beging man in der Kommunikation mit einer ungewöhnlichen Aktion. "Unter dem Motto 'Let it grow – Gemeinsam wachsen' verschickten wir als Dankeschön für das Vertrauen in Aponow Tomatensetzlinge an 390 Hersteller – und waren ehrlich gesagt selbst überrascht von den begeisterten Reaktionen." So erhielten Engels und sein Team zahlreiche Fotos von zu "Hobbyzüchtern avancierten Kunden" mit ihrer teilweise reichen Tomatenernte. Die Aktion sei selbst auf der Expopharm noch Thema vieler Gespräche gewesen.

Auch zehn Jahre nach dem Start von Aponow gibt laut Engels im deutschen Apothekenmarkt beim Thema Digitalisierung noch Optimierungsbedarf. Zwar könne der außereuropäische Markt aufgrund vollkommen unterschiedlicher Gesetze und Regelungen nicht mit dem deutschen verglichen werden. "In puncto Digitalisierung allerdings hinkt Deutschland in sämtlichen Bereichen hinterher", sagt Engels, und führt aus: "Die digitale Patientenakte ist immer noch nicht eingeführt, das E-Rezept läuft immer noch nicht rund, ganz zu schweigen von weiteren Ideen." Auch innerhalb der europäischen Grenzen gäbe es große Unterschiede.

Lösung zur Patientenbefragung

In den kommenden Monaten sieht Engels vor allem das Thema Gesundheitsinformation stark im Kommen. „Hier sehe ich Chancen für die Vor-Ort Apotheken, online aktiver zu werden: im Online-Recherche-Modus der Endkunden nicht nur Click & Collect zu ermöglichen, sondern Kunden darüber hinaus zu beraten. Diese Kombination wünschen sich Endkunden", ist sich Engels sicher. Mit der Kombination von Frag die Apotheke und Aponow biete man im kommenden Jahr "genau diese Lösung", so Engels weiter.

Zudem wird für den Aponow-Verantwortlichen datenbasiertes Marketing eine immer größere Rolle spielen. "Es gibt unglaublich viele Daten, die heute nicht beachtet, verwendet oder analysiert werden. Gerade hier zeigen wir Herstellern, gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, was alles möglich ist", erklärt der Aponow-Geschäftsführer.

Den Endkunden zu befragen, stelle für viele Hersteller unter anderem wegen dem Datenschutz "ein echtes Problem" dar. "Wir haben jedoch eine neue Lösung mit Kooperationspartnern gebaut und bereits verprobt, mit der Hersteller sehr einfach eine Patientenbefragung, bis hin zu einer Studie durchführen können", verrät Engels. "Die Vernetzung von Online-Kunden, Pharmaherstellern und lokalen Apotheken birgt noch enormes Potential und wir werden mit weiteren Lösungen und Ansätzen ins neue Jahr starten."

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