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Das Edelman Trust Barometer 2024 zeigt, dass die befragten Deutschen sich mehr davor sorgen, dass Medizin unerschwinglich werden könnte und die medizinische Forschung politisiert wird als vor der nächsten Pandemie - Grafik: Edelman, aus 2024 Edelman Trust Barometer Special Report: Trust and Health in Germany

Studien

Über Gesundheit nicht gut informiert

Die Möglichkeit, sich über das Web und Social Media selbst Informationen in Gesundheitsfragen zu beschaffen, nehmen immer mehr Menschen wahr. Das Vertrauen in Gesundheitsunternehmen ist dagegen eher gering. Das zeigt das Edelman Trust Barometer Special Report: Trust and Health 2024. Nur jeder Zweite (51%) der 1.000 in Deutschland Befragten vertraut demnach in Gesundheitsunternehmen. Dass dieser Wert um zwei Prozentpunkte geringer ausfällt als im vergangenen Jahr, ist im internationalen Vergleich eine Ausnahme. Weltweit ist das Vertrauen seit 2023 um fünf Prozentpunkte auf 58 Prozent gesunken. Insgesamt befragte Edelman im März 2024 15.000 Menschen in 16 Ländern.

In Gesundheitsfragen haben die in Deutschland Befragten größtenteils Vertrauen in Hausärzte (84%) und Apotheker (76%). Das Vertrauen gegenüber Regierungsvertretern, Journalisten und CEOs von Gesundheitsunternehmen fällt mit Werten zwischen 27 und 29 Prozent dagegen gering aus. Ausgeprägt ist auch das Misstrauen in die Berichterstattung zu Gesundheitsthemen: Nur 40 Prozent der Deutschen Studienteilnehmer vertrauen den Medien. Ein Rückgang um sieben Prozentpunkte.

Deutsche fühlen sich nicht gut informiert

81 Prozent der Deutschen haben das Gefühl, dass es eine Diskrepanz zwischen ihrem derzeitigen Gesundheitszustand und dem Zustand, in dem sie sich befinden sollten, gibt. 56 Prozent dieser Menschen führen dies auf den mangelnden Zugang zu Informationen zurück. Als störend werden widersprüchliche Expertenmeinungen, wechselnde Gesundheitsempfehlungen und der Mangel an Informationen im Allgemeinen angegeben.

30 Prozent der Befragten bereuen eine Entscheidung in Gesundheitsbelangen, die aufgrund von Falschinformationen zustande kam. Bei den 18- bis 34-jährigen ist der Anteil mit 46 Prozent sogar noch höher. Auf die Frage nach der Quelle der Falschinformationen geben die Befragten an erster Stelle Ärzte, zweitens traditionelle Medien und drittens Produktwerbung an.

Hier lohnt das gezielte Abbauen von Informationsbarrieren, schreiben die Studienautoren. Menschen, die sich in Gesundheitsfragen kompetent fühlen und Vertrauen in das Gesundheitssystem haben, seien eher bereit zu jährlichen Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und der Akzeptanz von Innovationen.

Nils Giese, Managing Director Healthcare & Regional Healthcare Marketing Lead EMEA, kommentiert: "Im Gesundheitswesen treffen die Verbraucher zunehmend ihre eigenen Entscheidungen auf der Grundlage ihrer eigenen Informationsquellen. Aber Eigenverantwortung ohne Vertrauen führt unter Anderem zu weniger Vorsorge und Ablehnung von Innovationen. Die zur Verfügungstellung guter Informationen ist einer der wichtigsten Hebel, um zum einen das Vertrauen in die Gesundheitsbranche wieder zu erhöhen und zum anderen die Kompetenz der Menschen in Gesundheitsfragen zu stärken."

Sorge vor neuen Technologien nimmt ab

Die größten Sorgen bezüglich des Gesundheitssystems machen sich die befragten Deutschen um die Erschwinglichkeit (53 %). An zweiter Stelle steht die Sorge um die Politisierung der Medizin und Wissenschaft, die mit 49 Prozent (+12) sogar größer ausfällt als die vor der nächsten Pandemie (47%). Besonders jüngeren Befragten ist die politische und soziale Einstellung von Gesundheitsakteuren wichtig: Unter den 18- bis 34-Jährigen gaben 45 Prozent an, medizinische Anbieter nicht mehr aufzusuchen oder nicht mehr zu vertrauen, wenn dieser ihre politischen oder sozialen Ansichten nicht teilt.

Eine positive Entwicklung beschreiben die Studienautoren wiederum bei dem Vertrauen in neue Technologien. 53 Prozent glauben, dass Technologien in den nächsten fünf Jahren schlecht für die Gesundheitsversorgung sind. Während dieser Wert in Deutschland 2023 noch um fünf Prozentpunkte höher lag, hat sich die Angst weltweit nicht verringert.

Den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin stehen die Befragten eher negativ gegenüber. 21 Prozent befürworten den vermehrten Einsatz von KI in der Diagnostik, während 40 Prozent diese Entwicklung ablehnen. Den Einsatz von KI in der Patientenkommunikation lehnt jeder zweite Befragte ab und nur 17 Prozent sehen den Einsatz positiv.

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