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Digital-Health
Vertrauen in Ärzte bleibt hoch
Durch die Digitalisierung haben Patienten zahlreiche Möglichkeiten, sich im Web oder in der App über Gesundheitsthemen zu informieren und etwa auch ihre Vitalwerte zu überprüfen. Dennoch bleibt das Vertrauen in Ärzte in Deutschland insgesamt hoch. Das geht aus dem aktuellen Digital-Health-Report des französischen Ärzteplattform Doctolib mit Deutschlandsitz in Berlin. Dafür wurden in zwei separat angelegten Studien mehr als 400 Ärzte und etwa 1.100 Patienten befragt.
Auch wenn Ärzte weiterhin als wichtige Autoritäten in der Gesundheitsversorgung angesehen werden, gibt es der Untersuchung zufolge ein gelegentliches Hinterfragen von Diagnosen. So berichtet knapp die Hälfte der Ärzte, dass Patienten gelegentlich ihre Diagnosen in Frage stellen. Dieses Bild zeigt sich auch bei den Patienten, von denen mehr als ein Viertel angibt, Empfehlungen und Diagnosen auch mal anzuzweifeln.
Laut des Digital-Health-Report wünschen sich immer mehr Patienten eine gemeinsame Verantwortung im Gesundheitswesen. Eine stärkere Zusammenarbeit wünschen sie sich vor allem bei der Übermittlung medizinischer Unterlagen (72 %), bei der Terminverwaltung (67 %), bei der Gesundheitsvorsorge (69 %) und bei der Nachsorge (66 %). Ärzte unterstützen ebenfalls ein hohes Maß an persönlicher Verantwortung bei Patient, insbesondere im Präventionsmanagement (77 %) und in der Nachsorge nach Behandlungen (75 %).
Ein weiterer Teil der Studie beschäftigt sich mit Veränderungen im Ärzteberuf. So fühlen sich lediglich sieben Prozent der befragten Ärzte ausreichend auf das Praxismanagement und acht Prozent auf die Digitalisierung vorbereitet. Jüngere Ärzte sehen sich in diesem Bereich etwas besser aufgestellt: Knapp 20 Prozent der Ärzte mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung haben bereits Inhalte zu Digitalisierung und Verwaltung erlernt. Die Vorbereitung auf Mitarbeiterführung wird dagegen von allen Befragten als gering eingeschätzt. So fühlen sich sieben Prozent insgesamt und 11 Prozent der jüngeren Generation ausreichend informiert).
Wie die Studienautoren weiter herausfanden, ist ein Großteil der Ärzte (75 %) und Patienten (52 %) der Meinung, dass das deutsche Gesundheitswesen in Puncto Digitalisierung hinterherhinkt. Nur drei Prozent der Patienten halten das Gesundheitssystem diesbezüglich für gut aufgestellt, im Jahr 2022 waren es noch acht Prozent. Geht es um die Grundeinstellung zur Digitalisierung im Health-Sektor seien vor allem jüngere Ärzte optimistischer und würden mehr Vorteile wie etwa verbesserte Kommunikation und neue Therapieoptionen sehen, teilt Doctolib mit.
KI-gestützten Anwendungen steht die Knapp die Hälfte der Ärzte offen gegenüber. Jüngere Ärzte (62 %) sind darüber hinaus deutlich aufgeschlossener gegenüber der Nutzung von KI im Praxisalltag als ältere Ärzte (44 %). Trotz des Potenzials digitaler Anwendungen, wie etwa digitale Befundübermittlung und Online-Terminvergabe, bliebe die tatsächliche Nutzung derzeit noch hinter den Erwartungen zurück, heißt es in der Studie.
"Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet sowohl für Patient:innen als auch für Ärzt:innen enorme Chancen – darunter bessere Kommunikation, effizientere Prozesse und eine optimierte Patientenversorgung", erklärt Nikolay Kolev, Geschäftsführer von Doctolib in Deutschland und Mitglied des globalen Vorstands, und ergänzt: "Angesichts einer alternden Bevölkerung ist die Integration digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz unverzichtbar, um zukünftige Herausforderungen zu meistern und die Erwartungen junger Ärzt:innen zu erfüllen."
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Marcel Kodura 17.09.2024









































