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Havas-Studie: KI-Erwartungen der Generationen im Fokus
Generative Künstliche Intelligenz (KI) ist unlängst in der allgemeinen Wahrnehmung angekommen und auch in Marketing und Kommunikation werden aktiv Erfahrungen mit der Anwendung von KI-Tools gesammelt. Der neue Havas Prosumer Trend Report 'Gen AI: What Kind of World We Will Live In?' hat nun untersucht, wie unterschiedlich die Generationen generative KI hierzulande nutzen und was sie sich perspektivisch von dieser neuen Technologie im Alltag und in der Gesellschaft versprechen. Dafür wurde im Auftrag der Networkagentur eine Online-Befragung durch Market Probe International durchgeführt, an 14.355 Personen in 32 Ländern teilnahmen.
Den Ergebnissen zufolge glaubt jeder zweite Deutsche, dass generative KI die Zukunft der Gesellschaft formen wird, wobei dieser Glaube am stärksten unter den Babyboomern verbreitet ist. Im Vergleich zur technologieaffinen Gen Z steht für die Boomer der Aspekt Menschlichkeit wesentlicher im Fokus. So glaubt nur etwa ein Fünftel der befragten Boomer, dass KI irgendwann in der Lage sein wird, menschliche Kreativität zu ersetzen, während fast jeder Zweite der Gen Z dieser Ansicht ist. Auch sprechen 85 Prozent der Boomer im Kunden-Service lieber mit einem Menschen als mit einer KI und lediglich 25 Prozent hätten Vertrauen in die Empfehlungen eines KI-betriebenen, virtuellen Influencers.
Die Studie kommt darüber hinaus zu dem Schluss, dass die größten Bedenken der Boomer Generation gegenüber KI darin liegen, ihre Entscheidungsautonomie einzubüßen. Die Gen Z hingegen ist eher bereit, Verantwortung an KI abzugeben und besitzt ein größeres Vertrauen in die neue Technologie. So würden die jüngeren Befragten etwa am ehesten einen KI-betriebenen CEO (29%) befürworten oder glauben, dass eine KI besser als die hiesigen Politiker das Land regieren könnte (43%). Über die Hälfte würde sich überdies für den Einsatz generativer KI-Tools in der Politik aussprechen, um Regierungsvorgänge effizienter zu gestalten.
Unter den befragten Elternteilen mit Kindern – im überwiegend jugendlichen Alter zwischen 12-17 Jahren oder jünger – stellt die Studie eine positivere Einstellung gegenüber KI und ihren Möglichkeiten fest sowie eine geringere Angst vor Risiken wie Datenschutzverletzungen. Sie teilen nicht nur häufiger die progressiven Einstellungen der Gen Z, sondern sind auch im Umgang mit KI kompetenter als Menschen ohne Kinder. So nutzen die befragten Elternteile KI nicht nur vermehrt, sondern auch produktiver, um z.B. Zeit bei Aufgaben zu sparen (+19%), ihr Schreiben und Brainstormen zu verbessern (+12%), Ideen zu konkretisieren (+16%) oder Geschäftsideen zu generieren (+15%). Auch fühlen sich elf Prozent der Befragten befähigter, Ergebnisse generativer KI von menschlichen zu unterscheiden.
Welche Erwartungen an Marken adressiert werden
Untersucht wurden im Rahmen der Online-Befragung auch die Erwartungen an Markenen. Das Ergebnis: Trendbewusste deutsche Konsumenten, sogenannte Prosumer aller Generationen, geben mit einer Übereinstimmung von 80 Prozent an, dass Marken KI verwenden sollten, um die Kosten für ihre Produkte und Services zu senken. Von den Befragten wünschen sich acht von zehn Teilnehmenden von Marken ebenfalls, dass sie KI nutzen, um einen 24/7 verfügbaren Kunden-Service anzubieten und eine Produktpersonalisierung nach den eigenen Vorstellungen zu ermöglichen (70%). Jedoch hat rund jeder zweite Prosumer Bedenken, dass KI beispielsweise in der Markenkommunikation bestehende Vorurteile replizieren könnte. Daher möchten mehr als zwei Drittel der Befragten, dass Unternehmen transparent teilen, wann immer sie KI einsetzen.
"Die Ergebnisse unserer Studien zeigen, dass generative KI zwar bereits in der deutschen Gesellschaft angekommen ist, jedoch von unterschiedlichen Erfahrungsstufen und Einflüssen geprägt ist. Marken und Unternehmen haben hier die große Chance, als Orientierungsgeber zu agieren, wenn sie ihre Kommunikationsstrategien noch stärker an den Konsumenten ausrichten und Künstliche Intelligenz bedarfsgerecht einbinden", kommentiert Sandra Onofri, Chief Strategy Officer Havas Germany in Düsseldorf.
Anna Jäger 02.08.2024









































