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Union will IQWiG-Leiter Peter Sawicki loswerden

Die Regierung möchte den Leiter des Kölner Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Professor Peter Sawicki, ablösen. Das berichtet der 'Spiegel'. Demnach sprechen sich führende Gesundheitspolitiker der Unionsfraktion in einer Sammlung von 'Kernforderungen an eine schwarz-gelbe Gesundheitspolitik' für eine Neuausrichtung des Kontrollinstituts aus, zu der auch ein Wechsel an der Spitze gehöre.

Sawickis Vertrag läuft 2010 aus, die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat laut dem Nachrichtenmagazin ein Veto gegen eine Verlängerung angekündigt. Vertreter von Krankenkassen und Ärzteschaft würden ihn hingegen gern im Amt belassen.

Unbeliebt ist Sawicki auch bei der Pharmaindustrie, weil sich das Institut immer wieder kritisch äußert. Zuletzt gab es bekannt, dass ein seit über 20 Jahren zugelassenes Medikament gegen Depressionen nach umfassenden wissenschaftlichen Studien praktisch wirkungslos sei. Ein positiver Nutzen des Wirkstoffs Reboxetin im Medikament Edronax sei nicht nachzuweisen.

Gleichzeitig kritisierte IQWiG Pfizers Kommunikationspolitik: Der Hersteller des Präparats habe erst nach mehrfachen Anfragen zuvor "unter Verschluss gehaltene Daten" eingereicht. Das IQWiG kam zu dem Schluss, dass Reboxetin im Vergleich zum Placebo in Kurzzeittherapien keinen signifikanten Unterschied erkennen ließ - also keinen Profit für den Patienten. Stattdessen seien Nebenwirkungen beobachtet worden, die in einigen Fällen zum Abbruch der Therapie führten.

Bei zwei anderen Wirkstoffen kam das Institut zu positiven Ergebnissen: Bupropion XL (von Glaxosmithkline) und Mirtazipin (Essex Pharma) "können die Beschwerden lindern", heißt es im Bericht.


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(am) 04.12.2009