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Jeder fünfte Bürger betroffen von Mehrfach-Medikation mit fünf oder mehr Arzneimitteln

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Die Barmer Krankenversicherung warnt anlässlich des 'Barmer-Arzneimittelreports 2018' vor vermeidbaren Risiken der Mehrfach-Medikation. Das Ausmaß des Problems der Polypharmazie beleuchtet die gesetzliche Krankenkasse in ihrem aktuell vorgelegten Bericht sowohl anhand der verschriebenen Arzneimittel als auch anhand der Verbreitung chronischer Krankheiten. Bundesweit leiden rund 5,4 Millionen Menschen an drei chronischen Erkrankungen, bei 23,3 Millionen Menschen sind es sogar fünf oder mehr, so die Barmer.

Jeder fünfte Bundesbürger hat 2016 zu einem Zeitpunkt fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig eingenommen, ergibt die Analyse im 'Barmer-Arzneimittelreport' weiter. Hochgerechnet von 8,3 Millionen durchgängig Barmer-Versicherten auf die deutsche Bevölkerung, gab es bei 21 Prozent der Bürger an mindestens einem Tag gleichzeitige Verschreibungen von fünf Medikamenten oder mehr. Zählt man die Gruppen mit vier oder drei gleichzeitigen Verordnungen hinzu, sind es zusammengenommen 41,7 Prozent der Menschen, die zu einem Zeitpunkt drei oder mehr verschriebene Medikamente zu handhaben hatten.

Abbildung unten: Patienten mit der angegebenen Zahl gleichzeitig verschriebener Arzneimittel an mindestens einem Tag in 2016
(Foto: Barmer)


Unter den Barmer-Versicherten seien zwei Drittel der Patienten mit einer Polypharmazie im Jahr 2016 durch drei oder mehr Ärzte medikamentös behandelt worden. Der Schutz vor vermeidbaren Risiken in der Arzneimitteltherapie gelinge nicht immer. 25,9 Prozent der Barmer-Versicherten ab 65 Jahren hätten ein nicht für diese Altersgruppe empfohlenes Arzneimittel erhalten. Die Barmer-Krankenversicherung zählt nach eigenen Angaben 9,3 Millionen Versicherte.

Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzende der Barmer, Berlin: "Angesichts der Sicherheitslücken in der Arzneimitteltherapie geht es nicht um Schuldzuweisungen in Richtung Ärzte. Fehlende Verfügbarkeit wichtiger Informationen für Behandlungsentscheidungen, Sprachbarrieren oder unvollständige Medikationspläne können zu vermeidbaren Risiken bei der Arzneimitteltherapie führen. Die Patienten müssen besser vor diesen Risiken geschützt werden."

Im Jahr 2016 seien bei der Barmer insgesamt 1.860 Arzneimittelwirkstoffe zum Einsatz gekommen und zwar in 454.012 Kombinationen von zwei Arzneimittelwirkstoffen. Kein Arzt könne die Risiken derartig vieler Arzneimittelkombinationen ohne Hilfsmittel korrekt einschätzen.

Kosten 2017 um vier Prozent pro Versichertem gestiegen

Der Anstieg der Arzneimittelausgaben fiel 2017 laut 'Barmer-Arzneimittelreport' etwas geringer aus als im Vorjahr. Gegenüber 2016 erhöhten sich die Medikamentekosten pro Versichertem um vier Prozent. Von 2015 zu 2016 hatte der Ausgabenanstieg 5,2 Prozent betragen. Ursächlich für die Steigerungen war zu etwa 85 Prozent eine Kostensteigerung und zu 15 Prozent eine zahlenmäßige Steigerung verordneter Arzneimittel, so die Analyse.

Die Durchschnittsausgaben für Arzneimittel (einschließlich Rezepturen) lagen 2016 bei 640 Euro pro Barmer-Versichertem.

Es verstärkt sich weiter der Konzentrationseffekt eines großen Teils der Arzneimittelkosten auf eine kleine Gruppe von Versicherten, heißt es im Report. 2,7 Prozent der Versicherten vereinten im Jahr 2017 die Hälfte aller Arzneimittelausgaben auf sich. Im Jahr 2010 waren es noch 4,6 Prozent. Für ein Prozent aller Versicherten werden 40 Prozent aller Arzneimittelausgaben benötigt. Verursacht werde dieser Trend durch neue hochpreisige Arzneimittel, deren Kosten pro Jahr und Patient häufig über 100.000 Euro liege, argumentiert die Barmer.

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(np) 06.07.2018


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