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BPI: "Gleichmacherei führt zur Verschlechterung der individuellen Patientenversorgung"

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Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Berlin, appelliert zu Beginn der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD in dieser Woche an die Politik, staatlich erzwungene Gleichmacherei zu verhindern. "Ob Bürgerversicherung oder Arztinformationssystem: Gleichmacherei in der Gesundheitspolitik führt zu einer Verschlechterung der individuellen Patientenversorgung", so Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender BPI-Hauptgeschäftsführer.

Die Qualität von ärztlicher Versorgung und der rasche Zugang, sowohl ambulant als auch stationär, seien vorbildlich im deutschen Gesundheitssystem. Auch der meist unmittelbare Markteintritt von Arzneimittelinnovationen nach Zulassung hebe das deutsche Gesundheitswesen positiv von zahlreichen Nachbarländern ab. Mit politischen Ideen wie einer Bürgerversicherung würde jedoch die Versorgung mit Arzneimittel-Innovationen verschlechtert, so Gerbsch: "Die PKV dient bei vielen neuen Präparaten als Eisbrecher, bevor diese auch in der GKV zum Versorgungsstandard werden." Zudem gibt er zu bedenken, dass länger im Markt befindliche Arzneimittel, die von der GKV nicht erstattet werden, im Falle einer "Bürgerversicherung" komplett für die Versorgung der Patienten entfallen könnten. "Arzt und Patient stünde so nicht mehr der gesamte Arzneimittelschatz für die individuell beste Therapie zur Verfügung", kommentiert der stellvertretende BPI-Geschäftsführer. Auch das geplante Arztinformationssystem, das gesundheitspolitisch auf der Agenda der Regierung steht, könne die Therapiefreiheit bedrohen.

Der BPI blickt daher kritisch auf die Tendenz der Gleichmacherei in der Gesundheitsversorgung. "Menschen sind Individuen. Die Arzneimittelversorgung muss dieser Individualität mit der notwendigen Vielfalt Rechnung tragen. Hält der Trend an, wird es dazu führen, dass, anders als in der Vergangenheit, Patienten in Deutschland von neuartigen Therapien nicht als Erste, sondern später oder gar nicht profitieren und Therapieoptionen eingeschränkt werden. Für jeden Einzelnen steht hier viel auf dem Spiel", so Gerbsch.


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(aj) 10.01.2018


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