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Medikationsplan unzulänglich eingeführt

%%%Medikationsplan unzulänglich eingeführt%%%

Ein Jahr nach Einführung des Medikationsplans fällt die Bilanz zur Umsetzung ernüchternd aus. Nur 37,7 Prozent der Versicherten mit Anspruch auf und Bedarf an einem Medikationsplan haben ihn auch erhalten. Das ergibt eine aktuelle Studie der hkk Krankenkasse aus Bremen in Zusammenarbeit mit Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung (BIAG). Die Studienautoren befragten eine Zufallsstichprobe von 1.000 Versicherten unter allen hkk-Versicherten mit Anspruch auf einen Medikationsplan, von denen 324 antworteten. Das Fazit von Studienleiter Dr. Bernard Braun, Geschäftsführer des BIAG: "Das Ziel, die Arzneimitteltherapiesicherheit für multimorbide bzw. von Polypharmazie betroffene Patienten zu erhöhen, wurde nur für eine Minderheit erreicht. Um angestrebten Ziele der Vollständigkeit, Verständlichkeit und Steuerungsfähigkeit für möglichst viele Patienten erreichen zu können, müssen zahlreiche konzeptionelle Mängel behoben werden."

Laut der Studie zeigen sich verschiedene Unzulänglichkeiten in der Handhabung des Medikationsplans, auf den gesetzlich Versicherte seit dem 1. Oktober 2016 einen Anspruch haben, die dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel parallel anwenden.

So gibt ein Viertel der Befragten mit Medikationsplan an, gar nicht oder nur unzureichend über den Sinn des Plans aufgeklärt worden zu sein. Auch über den Nutzen oder über die Einnahmemodalitäten der verordneten Medikamente sehen sich 21 Prozent der Befragten nicht vom verantwortlichen Arzt informiert.

Handhabung des Medikationsplans präzisieren

Darüber hinaus hapert es anscheinend noch bei der ärztlichen Nachfrage nach vorhandenen Medikationsplänen und dem Selbstmedikationsverhalten. 51,6 Prozent aller Befragten mit Medikationsplan wurden nicht gefragt, ob sie sich zusätzlich rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke gekauft hätten. 43 Prozent erhielten keinen Hinweis dahingehend, den Plan auch zum Besuch anderer Ärzte mitzunehmen und gegebenenfalls ergänzen zu lassen.

Wenn befragte Patienten auch Arzneimittel von anderen Ärzten verordnet bekamen als von dem Ersteller des Medikationsplans, wurden 32,5 Prozent dort nicht nach ihrem Medikationsplan gefragt. Sofern der Medikationsplan bei diesen weiteren Arztkontakten überhaupt eine Rolle spielte, fand bei 14,3 Prozent der Befragten keine Ergänzung statt.

Studienautor Braun kritisiert unter anderem, dass es bei den Regelungen zur Führung des Medikationsplans einen zu breiten Gestaltungsspielraum für Ärzte gebe, etwa was die Inhalte betrifft. Es sei auch unklar, ob und wie sich Ärzte darüber informieren müssen, welche Arzneimittel ihre Patienten bereits von anderen Ärzten erhalten haben. Es sei daher unumgänglich, eine Reihe von Bestimmungen zu präzisieren und verpflichtend zu machen. Zudem gelte es, die für den Patienten relevanten Informationen verständlicher zu formulieren.


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(np) 04.10.2017


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